Kommentierung zum Tarifvert... / 10.9 Versorgungs- und entsorgungstypische Wechselschicht- und Schichtarbeit (Absätze 7 bis 9)

Aufgrund des 4. Änderungstarifvertrages vom 31. März 2008 zum TV-V sind die Absätze 7 bis 9 in den TV-V eingefügt worden, und zwar mit Wirkung vom 1. April 2008. Die von den Gewerkschaften im Rahmen der Tarifrunde 2008 geforderte deutliche Anhebung der Zulagenbeträge für Wechselschicht- und Schichtarbeit hat zu langwierigen Auseinandersetzungen geführt, weil die VKA es nicht für gerechtfertigt angesehen hat, die Zulagen zum einen so überproportional und zum anderen für alle Arbeitnehmer, die (Wechsel-)Schichtarbeit leisten, anzuheben. Die Kompromisslösung am Ende der Tarifrunde 2008 sollte verdeutlichen, dass besondere Belastungen, die höhere Zulagen rechtfertigen, aus Arbeitgebersicht nur für versorgungs- bzw. entsorgungstypische Tätigkeiten akzeptabel sind. Wie nicht anders zu erwarten, hat es sodann im Rahmen der Redaktionsverhandlungen einen längeren Streit um die Frage gegeben, wie versorgungs- und entsorgungstypische Tätigkeiten zu definieren sind.

Absatz 7 Satz 1 regelte zunächst, dass Arbeitnehmer, die ständig versorgungs- bzw. entsorgungstypische Wechselschichtarbeit leisten, ab 1. April 2008 eine Zulage in Höhe von 200 EUR monatlich erhalten. Diese Zulage hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. Januar 2010 204,20 EUR
ab. 1. Januar 2011 207,47 EUR
ab 1. März 2012 214,73 EUR
ab 1. Januar 2013 217,74 EUR
ab 1. August 2013 220,79 EUR
ab 1. März 2014 228,08 EUR
ab 1. März 2015 233,55 EUR
ab 1. März 2016 239,16 EUR
ab 1. Februar 2017 244,78 EUR
ab 1. März 2018 252,59 EUR
ab 1. April 2019 260,40 EUR
ab 1. März 2020 263,16 EUR

Absatz 7 Satz 2 enthielt zunächst die Regelung, dass Arbeitnehmer, die nicht ständig versorgungs- bzw. entsorgungstypische Wechselschichtarbeit leisten, ab 1. April 2008 eine Zulage in Höhe von 1,19 EUR pro Stunde erhalten. Dies bedeutet eine exakte Umrechnung vom Monats- auf den Stundenwert (200 geteilt durch 167,40). Da sich dieser Divisor ab 1. Juli 2008 aufgrund der Arbeitszeitverlängerung auf 169,57 erhöht hat, ist im 4. Änderungstarifvertrag vom 31. März 2008 zum TV-V außerdem vereinbart worden, dass die monatliche Zulage nach Absatz 7 Satz 2 ab 1. Juli 2008 nur noch 1,18 EUR beträgt (200 : 169,57). Die Zulage hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2008 1,19 EUR
ab. 1. Juli 2008 1,18 EUR (aufgrund der Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Std.)
ab 1. Januar 2010 1,20 EUR
ab 1. Januar 2011 1,22 EUR
ab 1. März 2012 1,26 EUR
ab 1. Januar 2013 1,28 EUR
ab 1. August 2013 1,30 EUR
ab 1. März 2014 1,34 EUR
ab 1. März 2015 1,37 EUR
ab 1. März 2016 1,40 EUR
ab 1. Februar 2017 1,43 EUR
ab 1. März 2018 1,48 EUR
ab 1. April 2019 1,53 EUR
ab 1. März 2020 1,55 EUR

Absatz 8 Satz 1 regelte zunächst, dass Arbeitnehmer, die ständig versorgungs- bzw. entsorgungstypische Schichtarbeit leisten, ab 1. April 2008 eine Zulage in Höhe von 130 EUR monatlich erhalten. Diese Zulage hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. Januar 2010 132,73 EUR
ab. 1. Januar 2011 134,85 EUR
ab 1. März 2012 139,57 EUR
ab 1. Januar 2013 141,52 EUR
ab 1. August 2013 143,50 EUR
ab 1. März 2014 148,24 EUR
ab 1. März 2015 151,80 EUR
ab 1. März 2016 155,44 EUR
ab 1. Februar 2017 159,09 EUR
ab 1. März 2018 164,16 EUR
ab 1. April 2019 169,23 EUR
ab 1. März 2020 171,02 EUR

Absatz 8 Satz 2 enthielt zunächst die Regelung, dass Arbeitnehmer, die nicht ständig versorgungs- bzw. entsorgungstypische Schichtarbeit leisten, ab 1. April 2008 eine Zulage in Höhe von 0,78 EUR pro Stunde erhalten. Dies bedeutet eine exakte Umrechnung vom Monats- auf den Stundenwert (130 geteilt durch 167,40). Da sich dieser Divisor ab 1. Juli 2008 aufgrund der Arbeitszeitverlängerung auf 169,57 erhöht hat, ist im 4. Änderungstarifvertrag vom 31. März 2008 zum TV-V außerdem vereinbart worden, dass die monatliche Zulage nach Absatz 8 Satz 2 ab 1. Juli 2008 nur noch 0,77 EUR beträgt (130 : 169,57). Die Zulage hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2008 0,78 EUR
ab. 1. Juli 2008 0,77 EUR (aufgrund der Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Std.)
ab 1. Januar 2010 0,79 EUR
ab 1. Januar 2011 0,80 EUR
ab 1. März 2012 0,83 EUR
ab 1. Januar 2013 0,84 EUR
ab 1. August 2013 0,85 EUR
ab 1. März 2014 0,88 EUR
ab 1. März 2015 0,90 EUR
ab 1. März 2016 0,92 EUR
ab 1. Februar 2017 0,94 EUR
ab 1. März 2018 0,97 EUR
ab 1. April 2019 1,00 EUR
ab 1. März 2020 1,01 EUR

Absatz 9 enthält eine Begriffsbestimmung der versorgungs- bzw. entsorgungstypischen Tätigkeiten im Sinne der Absätze 7 und 8. Dazu haben die Tarifvertragsparteien die Form eines positiven Beispielskatalogs (Satz 1) sowie eines negativen Abgrenzungskatalogs (Satz 2) gewählt. Zudem haben sie eine Öffnungsklausel für betriebliche Regelungen vereinbart (Satz 3).

Ergänzend kann zur Auslegung auf die Sonderregelungen für Angestellte in Versorgungsbetrieben und in Entsorgungseinrichtungen (SR 2t BAT) zurückgegriffen werden. Versorgungsbetriebe sind danach Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- und Fernheizwerke. Als Entsorgungseinrichtungen sind dort Entwässerung, Müllbeseitigung und Straßenreinigung genannt.

Absatz 9 Satz 1

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