Kommentierung zum Tarifvert... / 10.8 Wechselschicht- und Schichtarbeit (Absätze 5 und 6)

Die Zulage für Wechselschicht- und Schichtarbeit unterscheidet sich von den vorstehenden Zuschlägen dadurch, dass er nicht als Prozentsatz des Entgelts, sondern als absoluter Euro-Betrag pro Monat bzw. pro Stunde gezahlt wird. Dies bedeutet auch, dass die Zulagen für Wechselschicht-/Schichtarbeit nicht in entsprechender Anwendung des Abs. 1 Satz 4 in Freizeit umgewandelt (faktorisiert) werden können. Die Zulagen nach § 10 Abs. 5 und 6 waren bis zum 31. Dezember 2009 statische Monats- bzw. Stundenbeträge.

Schon im Rahmen der Tarifrunde 2008 haben die Gewerkschaften nicht nur eine deutliche Erhöhung, sondern auch eine Dynamisierung der Wechselschicht- und Schichtzulage gefordert. Zum Abschluss dieser Tarifrunde ist vereinbart worden, für die versorgungs- und entsorgungstypischen Tätigkeiten im Wechselschichtdienst eine Wechselschichtzulage in Höhe von 200 EUR monatlich (Absatz 7) und für die versorgungs- und entsorgungstypischen Tätigkeiten im Schichtdienst eine Schichtzulage in Höhe von 130 EUR monatlich (Absatz 8) zu zahlen, und zwar jeweils ab 1. April 2008. Außerdem ist im Rahmen der Tarifrunde vereinbart worden, diese (höheren) Zulagen ab 1. Januar 2010 zu dynamisieren. Die tarifvertragliche Umsetzung erfolgte durch den 4. Änderungstarifvertrag vom 31.3.2008 zum TV-V.

Aufgrund des 7. Änderungstarifvertrages vom 27. Februar 2010 zum TV-V sind auch die Zulagen nach den Absätzen 5 und 6 dynamisiert worden, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 2010. Absatz 9 enthält sowohl eine positive als auch eine negative Begriffsbestimmung, aus der abgeleitet werden kann, für welche Arbeitnehmer Absatz 5 bzw. 6 nach wie vor gilt.

Die monatliche Wechselschichtzulage nach Absatz 5 Satz 1, die ursprünglich 300 DM betrug, hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2002 153,39 EUR
ab. 1 Januar 2010 156,61 EUR
ab 1. Januar 2011 159,12 EUR
ab 1. März 2012 164,69 EUR
ab 1. Januar 2013 167,00 EUR
ab 1. August 2013 169,34 EUR
ab 1. März 2014 174,93 EUR
ab 1. März 2015 179,13 EUR
ab 1. März 2016 183,43 EUR
ab 1. Februar 2017 187,74 EUR
ab 1. März 2018 193,73 EUR
ab 1. April 2019 199,72 EUR
ab 1. März 2020 201,84 EUR

Die Zulage für nicht ständige Wechselschichtarbeit nach Absatz 5 Satz 2, die ursprünglich 1,80 DM betrug, hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2002 0,92 EUR
ab. 1 Juli 2008 0,90 EUR (aufgrund der Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Std.)
ab 1. Januar 2010 0,92 EUR
ab 1. Januar 2011 0,93 EUR
ab 1. März 2012 0,96 EUR
ab 1. Januar 2013 0,97 EUR
ab 1. August 2013 0,98 EUR
ab 1. März 2014 1,01 EUR
ab 1. März 2015 1,03 EUR
ab 1. März 2016 1,05 EUR
ab 1. Februar 2017 1,07 EUR
ab 1. März 2018 1,10 EUR
ab 1. April 2019 1,13 EUR
ab 1. März 2020 1,14 EUR

Die monatliche Schichtzulage nach Absatz 6 Satz 1, die ursprünglich 190 DM betrug, hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2002 97,15 EUR
ab. 1. Januar 2010 99,19 EUR
ab 1. Januar 2011 100,78 EUR
ab 1. März 2012 104,31 EUR
ab 1. Januar 2013 105,77 EUR
ab 1. August 2013 107,25 EUR
ab 1. März 2014 110,79 EUR
ab 1. März 2015 113,45 EUR
ab 1. März 2016 116,17 EUR
ab 1. Februar 2017 118,90 EUR
ab 1. März 2018 122,69 EUR
ab 1. April 2019 126,48 EUR
ab 1. März 2020 127,82 EUR

Die Zulage für nicht ständige Schichtarbeit nach Absatz 6 Satz 2, die ursprünglich 1,15 DM betrug, hat sich wie folgt entwickelt:

 
ab 1. April 2002 0,59 EUR
ab. 1. Juli 2008 0,57 EUR (aufgrund der Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Std.)
ab 1. Januar 2010 0,58 EUR
ab 1. Januar 2011 0,59 EUR
ab 1. März 2012 0,61 EUR
ab 1. Januar 2013 0,62 EUR
ab 1. August 2013 0,63 EUR
ab 1. März 2014 0,65 EUR
ab 1. März 2015 0,67 EUR
ab 1. März 2016 0,69 EUR
ab 1. Februar 2017 0,71 EUR
ab 1. März 2018 0,73 EUR
ab 1. April 2019 0,75 EUR
ab 1. März 2020 0,76 EUR

Zum Begriff der Wechselschicht- bzw. Schichtarbeit vgl. die Erl. zu § 9 Abs. 1 und 2.

Die Schichtzuschlagsregelung in den Absätzen 5 und 6 ist vergleichbar mit § 33a BAT/BAT-O bzw. § 24 BMT-G/BMT-G-O, unterscheidet sich jedoch der Höhe nach (TV-V höher als BAT/BMT-G) von diesen und dadurch, dass nach dem TV-V, anders als in den genannten Bestimmungen des BAT, nun auch Zuschläge für nicht ständige Wechselschicht-/Schichtarbeit zustehen.

Ständige Wechselschicht-/Schichtarbeit leistet der Arbeitnehmer, der dauerhaft in ein entsprechendes Schichtsystem eingegliedert ist.

Nicht ständig leistet hingegen der Arbeitnehmer Schichtarbeit, der normalerweise unveränderliche Arbeitszeiten (auch Gleitzeit) hat, aber z. B. vertretungsweise gelegentlich oder für eine vorübergehende Zeit im Schichtdienst oder Wechselschichtdienst eingesetzt ist.

Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, die ständig Schichtarbeit oder Wechselschichtarbeit leisten, erhalten den jeweiligen Monatszuschlag in der Höhe, die dem Verhältnis der vereinbarten Arbeitszeit zur Arbeitszeit eines vollbeschäftigten Arbeitnehmers entspricht (vgl. hierzu die Erläuterungen zu § 7 Abs. 3 TV-V). Dies entspricht auch der Regelung in § 4 Abs. 1 Satz 2 TzBfG, wonach einem teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer Arbeitsentgelt und...

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