12.09.2016 | Urteil

Beamte dürfen Arbeitsweg nicht abkürzen

Radfahrer sollten im Zweifel den offiziellen Radweg und keine Abkürzungen durch den Wald wählen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn Beamte auf dem Weg zur Arbeit auf einer inoffiziellen Abkürzung stürzen und sich verletzen, ist dies kein Dienstunfall. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen im Fall eines Forstbeamten aus Südniedersachsen entschieden.

Der Forstbeamte war mit dem Fahrrad auf einem nicht offiziell ausgewiesenen abschüssigen Weg, der zudem mit Gras bewachsen war, bei Regenwetter gestürzt. Dabei hatte er sich einen Muskelfaserriss und ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen.

Gericht: Sturz auf der Abkürzung war kein Dienstunfall

Obwohl diese Strecke kürzer ist als eine benachbarte Straße und der Beamte den Weg zuvor acht Jahre lang unfallfrei befahren hatte, war der Sturz kein Dienstunfall, wie die Richter urteilten.

Die Abkürzung gehöre nicht zum öffentlichen oder privaten Straßenraum, heißt es im Urteil. Auf der unbefestigten, grasbewachsenen und abschüssigen Strecke herrsche zudem eine erhöhte Rutsch- und Sturzgefahr. Der Forstbeamte hätte deshalb statt der kürzeren und schnelleren Strecke einen anderen sicheren Weg wählen müssen (VerwG Göttingen, Az. 1 A 144/15).

Schlagworte zum Thema:  Urteil, Beamte, Wegeunfall, Arbeitsweg

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