Schutz vor Gewalt im öffentlichen Dienst soll verbessert werden
Ausschreitungen bei Krawallen, Angriffe auf Feuerwehrleute und Attacken in Amtsstuben: Nicht nur Polizisten bekommen zunehmend Aggressionen und Gewalt zu spüren. Die Koalition will das Problem angehen.
«Es braucht dazu gesetzliche Antworten», sagte de Maizière bei einer Fachtagung zu dem Thema in Berlin. Derzeit liefen Gespräche mit den Innenministern der Länder darüber, ob es geboten sei, den geltenden Strafrahmen für Angriffe auf Vollstreckungsbeamte zu erhöhen. Es stelle sich außerdem die Frage, ob eine Ausweitung auf Rettungskräfte sinnvoll sei. Auch technische Dinge, etwa Notruftasten in Behörden oder Bodycams für Polizisten, könnten helfen. Wichtig sei aber ebenso eine breite gesellschaftliche Debatte über das Thema.
Deutliche Zunahme von Gewalt
Die Zahl der Straftaten gegen Polizisten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Aber auch Feuerwehrleute, Hartz-IV-Sachbearbeiter oder Behördenangestellte werden immer wieder zum Ziel von Aggressionen. Die Gewalt reicht bis hin zu tödlichen Angriffen.
De Maizière beklagte, seit längerem sei eine Zunahme von Gewalt und Respektlosigkeiten gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu beobachten. Auch Gerichtsvollzieher, Zollbeamte oder Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes könnten von Ausbrüchen wütender Menschen berichten. Das Internet verstärke die Entwicklung noch. «In sozialen Netzwerken explodiert mittlerweile der Hass», sagte de Maizière. «Verrohte Sprache ist Gift.» Der Minister mahnte, die Gesellschaft brauche eine Rückbesinnung auf ethische Grenzen. Nötig seien Respekt, Höflichkeit und Achtsamkeit im Umgang miteinander.
Diskussion und Lösungsansätze
Der Vorsitzende des dbb-Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, mahnte, es dürfe nicht sein, dass Beschäftigte mit Angst zu ihrem Dienst gingen.
Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Stephan Mayer (CSU) sagte, Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst sei nicht akzeptabel. Die Koalition sei dabei, sich auf ein Bündel von Maßnahmen anzugehen, um vor allem den Schutz von Einsatzkräften zu verbessern. «Dies reicht von verbesserten Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen und einer besseren Ausstattung der Polizei, einschließlich der Verwendung von Bodycams, bis hin zu einer Änderung des Strafrechts.»
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, mehr zu tun, um Polizisten und andere Einsatzkräfte besser vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen. Einzelheiten hatten sie aber nicht festgelegt. Erst vor wenigen Jahren hatte es eine Verschärfung des Strafrechts für solche Fälle gegeben. Damals wurde für den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte das mögliche Höchststrafmaß von zwei auf drei Jahre angehoben. Für besonders schwere Fälle gelten höhere Strafen von bis zu fünf Jahren.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte die Justiz auf, bei Fällen von Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst rigoros vorzugehen. «Die Richter urteilen viel zu milde, eine Ermahnung und ein drohender Zeigefinger schrecken doch niemanden ab», sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt.
Der Deutsche Richterbund wies die Kritik zurück. «Selbstverständlich verfolgt die Justiz Straftaten gegen die Polizei und andere Angehörige des öffentlichen Dienstes in rechtsstaatlicher Art und Weise», erklärte der Vorsitzende Christoph Frank. Wenn die Polizeigewerkschaft nun «populistisch ein härteres Durchgreifen verlangt, erweckt sie bewusst den falschen Eindruck einer zu milden Justiz».
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
1.268
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
9062
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
8711
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
632
-
Besoldungserhöhung für Bundesbeamte fällt geringer aus
539
-
Entgelttabelle TV-L
472
-
Zwölftelung des Urlaubsanspruchs im öffentlichen Dienst
428
-
Entgelttabelle TVöD - Sozial- und Erziehungsdienst
372
-
Probezeitkündigung im öffentlichen Dienst - das gilt es zu beachten
345
-
Gewerkschaften stimmen der TV-L Tarifrunde 2026 zu
314
-
Kirchenzugehörigkeit kann bei Stellenbesetzungen gerechtfertigte Voraussetzung sein
22.05.2026
-
Gewährung der Tauschtage im folgenden Kalenderjahr
21.05.2026
-
Berechnung der Tauschtage und des Umwandlungsbetrags
21.05.2026
-
Voraussetzungen und Geltendmachung der Tauschtage
21.05.2026
-
Tauschtage für Beschäftigte des Bundes
21.05.2026
-
Arbeitsweg von 35 km ist einer Lehrerin zumutbar
20.05.2026
-
Polizeikommissarin wegen Änderung des Geschlechtseintrags von Beförderung ausgeschlossen
18.05.2026
-
Warum der § 18a TVöD VKA jetzt strategisch wichtig wird
18.05.2026
-
Probezeit-Kündigung unwirksam: BAG rügt fehlerhafte Personalratsbeteiligung
13.05.2026
-
BVerwG legt EuGH Fragen zum bezahlten Vaterschaftsurlaub vor
07.05.2026