In Brandenburg ist es gelungen, kurz vor Beginn des nächsten Schuljahres fast alle offenen Lehrerstellen zu besetzen. Anders sieht es in Berlin und Sachsen-Anhalt aus. 

In Brandenburg fast alle Stellen besetzt

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres hat Brandenburgs Bildungsministerium fast alle der benötigten rund 1.000 neuen Lehrkräfte «an Bord». Aktuell gebe es nur zehn offene Stellenangebote, teilte Ministeriumssprecherin Antje Grabley mit. Diese Zahl könne sich allerdings täglich ändern.

Brandenburg biete künftig Pädagogen mit gymnasialer Lehramtsbefähigung künftig auch dann eine Verbeamtung an, wenn diese vorwiegend an Grundschulen eingesetzt würden. Zudem sollen die Gehälter für Grundschullehrer vom kommenden Jahr an um eine Stufe angehoben werden. Dies sorgt laut Grabley für Einkommensverbesserungen bis zu fast 500 Euro monatlich.

Bei den unbefristet eingestellten Pädagogen stieg indes der Anteil von Seiteneinsteigern, die weiter qualifiziert werden müssen, auf 26,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 20,45 Prozent. Um erfahrene Pädagogen im Schuldienst zu halten, können Lehrer vom kommenden Jahr an nach dem Erreichen der Pensionsgrenze weiterarbeiten und dafür drei Jahre lang einen monatlichen Zuschlag von 400 Euro erhalten. Diese Regelung ist bis Ende 2021 befristet.

In Berlin fehlen noch viele Lehrer

In Berlin hat der Lehrermangel dagegen bereits dramatische Züge angenommen: Im Juni fehlten laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in der Hauptstadt noch 1.250 Lehrer - so viele wie nie zuvor. Wie groß die Lücke zum Schuljahresbeginn ist, steht noch nicht fest. Ein Projekt zum Lückenstopfen heißt dort «Unterrichten statt Kellnern»: Studenten in lehramtsbezogenen Masterstudiengängen werden Halbjahres- oder Jahresverträge an Schulen angeboten.

Viele freie Stellen auch in Sachsen-Anhalt

Auch im benachbarten Sachsen-Anhalt sieht es nicht viel besser aus. 730 Lehrer muss die Landesregierung bis 2030 jedes Jahr einstellen, haben Experten errechnet. Für dieses Jahr hat sich das Land sogar 1.000 Neueinstellungen vorgenommen. Das Ministerium schweigt vor Schuljahresstart zur Besetzungsquote. Die Gewerkschaft GEW spricht davon, dass ein Drittel der Stellen noch frei sei. Für manche Schulen findet sich trotz mehrerer Ausschreibungen kein Bewerber, etwa weil sie in sozialen Brennpunkten oder weit ab vom Schuss liegen.

Deswegen zahlt Sachsen-Anhalt jetzt erstmals eine sogenannte Buschzulage für die schwer besetzbaren Stellen. Ab Herbst soll es eine Imagekampagne für den Beruf geben - und etwa ein Stipendienprogramm für Studierende, die nach ihrem Abschluss im ländlich geprägten Gardelegen unterrichten.

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