dbb-Chef lehnt Vorschlag zu längeren Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst ab
„Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie künftig bei jeder neuen Aufgabe, die sie an Länder oder Kommunen überträgt, gleichzeitig eine digitale Lösung anbietet, um diese Aufgabe effizient zu bewältigen“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom 11.8.2025). „Zum Beispiel der Personalmangel beim Zoll ließe sich reduzieren, wenn die Pakete durch KI vorsortiert würden. Anders bekommen wir auch die Paket-Tsunamis aus Fernost – Stichwort: Temu – nicht in den Griff.“
Geyer: Dem öffentlichen Dienst fehlen 600.000 Beschäftigte
Doch bis die Digitalisierung für spürbare Entlastung sorgen kann, sei es noch ein weiter Weg. Der dbb geht davon aus, dass kurz- und mittelfristig sogar mit einem höheren Personalbedarf zu rechnen ist. Aktuell fehlen dem öffentlichen Dienst 600.000 Beschäftigte, um allen Aufgaben gerecht zu werden. Die zahlenmäßig größten Fehlbedarfe gibt es laut aktueller dbb Abfrage bei den Fachgewerkschaften vor allem bei Lehrkräften (115.000), Fachkräften in Gesundheit- und Altenpflege (120.600) sowie in den Kommunalverwaltungen (108.500).
dbb lehnt längere Arbeitszeiten ab: „Die Leute können nicht mehr“
Forderungen aus der Politik, die Menschen müssten mehr Wochenstunden leisten und insgesamt länger arbeiten, erteilte Geyer eine klare Absage. Derartige Ideen gingen komplett an der Lebenswelt und den Anforderungen der Arbeitswelt vorbei, sagte er. „Wir haben schon heute eine extreme Zunahme an psychischen Erkrankungen. Die Leute können nicht mehr.“
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