Cocktailkurse halten wird nicht als Vordienstzeit für Tätigkeit als Realschullehrer anerkannt
Das Verwaltungsgericht (VG) Aachen hat mit Urteil vom 20. Januar 2025 die Klage eines in der Städteregion Aachen tätigen Realschullehrers abgewiesen. Dieser klagte auf Berücksichtigung von Vordienstzeiten bei der Festsetzung von Erfahrungsstufen und begehrte eine höhere Besoldung, weil er vor seiner Lehrtätigkeit bereits langjährige Erfahrung im Halten von Cocktailkursen gesammelt hatte.
Vortätigkeit muss für die Dienstausübung nützlich sein
Zur Begründung führte das Gericht im Wesentlichen aus: Eine Tätigkeit als Anbieter von Cocktailkursen ist für die Tätigkeit als verbeamteter Lehrer nicht förderlich im besoldungsrechtlichen Sinne. Eine Tätigkeit ist allgemein förderlich, wenn sie für die Dienstausübung des Beamten nützlich bzw. von konkretem Interesse ist, d.h. wenn diese entweder erst aufgrund der früher gewonnenen Fähigkeiten und Erfahrungen ermöglicht oder wenn sie jedenfalls erleichtert und verbessert wird.
Ausgehend hiervon kann die Tätigkeit als Betreiber einer Gesellschaft, die Cocktailkurse und Barcatering anbietet - auch wenn diese Tätigkeit über mehrere Jahre ausgeübt wurde - nicht als förderlich angesehen werden.
Anforderungen sind nicht miteinander vergleichbar
Das Halten von Cocktailkursen ist weder qualitativ noch quantitativ mit der Tätigkeit eines Realschullehrers vergleichbar. So hat der Beamte im Rahmen seiner Cocktailschule insbesondere nicht mit Minderjährigen gearbeitet, sondern deren Angebot zielte primär auf die Schulung von Mitarbeitern aus dem Hotel-, Restaurant- und Cateringgewerbe. Auch sind die Anforderungen an die Erstellung eines Cocktailkurses nicht mit der Erstellung eines differenzierten Lehrplans für einen Schulunterricht in den Schulklassen 5 bis 10 vergleichbar.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Beamte kann einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen, über den das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster entscheidet.
(VG Aachen, Urteil v. 20.1.2025, 1 K 2377/23)
-
Warnstreiks in der TV-L-Tarifrunde 2026
6.541
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
1.2192
-
Entgelttabelle TV-L
1.042
-
Krankmeldung im öffentlichen Dienst
9061
-
TVöD-Tarifrunde für Kommunen und den Bund 2025: Redaktionsverhandlungen abgeschlossen
654
-
Urlaubsanspruch auch bei Erwerbsminderungsrente
566
-
Entgelttabelle TVöD/VKA
566
-
Hilfsweise ordentliche Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“
413
-
Zwölftelung des Urlaubsanspruchs im öffentlichen Dienst
371
-
Entgelttabelle TVöD - Sozial- und Erziehungsdienst
361
-
Zweite Verhandlungsrunde zum TV-L bleibt ohne Ergebnis
16.01.2026
-
Zahlen zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst 2026
15.01.2026
-
Wissenschaftsfreiheit: Wie viel Kritik muss ein Amtsträger aushalten?
15.01.2026
-
Wichtige Änderungen zum Jahreswechsel für Personaler im öffentlichen Dienst
07.01.2026
-
Das waren die beliebtesten Themen 2025 für Personaler im öffentlichen Dienst
30.12.2025
-
Theaterintendant ist Arbeitnehmer
22.12.2025
-
Schleswig-Holstein plant Prüfung von Bewerbern für Staatsdienst durch Verfassungsschutz
18.12.2025
-
Richterin mit Kopftuch
09.12.2025
-
VGH erleichtert Ausbildung für geduldete Geflüchtete in der Altenpflege
27.11.2025
-
Urlaubsübertragung und Urlaubsverfall im öffentlichen Dienst
24.11.20252