Wohnkomfort trotz Lärmpegel
Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum steigt weiterhin, die bebaubaren Flächen in Städten werden immer knapper. Das gilt insbesondere für Metropolen wie München. Im Stadtkern ist nahezu keine Baulückenschließung mehr möglich. Deshalb wird das Umland fortlaufend ausgebaut und die Infrastruktur der Vororte genutzt. Einer dieser Standorte im Münchener Einzugsgebiet ist Germering, eine Kreisstadt direkt an der südwestlichen Stadtgrenze der bayerischen Landeshauptstadt.
Am Ortseingang von Germering, an der Landbergerstraße, entstand im Sommer 2020 ein neues Gebäudeensemble mit 130 Wohnungen. Direkt an der vielbefahrenen Hauptstraße, einem angrenzenden Gewerbegebiet und einer S-Bahn-Linie sollte neuer Wohnraum geschaffen werden. Dies wurde von Robert Meyer und Tobias Karlhuber Architekten im Auftrag der Concept Bau GmbH mit einer Anordnung der Gebäude um einen Innenhof und einer durchdachten Wohnungseinteilung sichergestellt. Bäder, Küchen, Aufzüge und Räume zur Erschließung wurden an der Lärmseite angeordnet, die Aufenthaltsräume befinden sich größtenteils in Richtung Innenhof.
Schallschutzlösungen für unterschiedliche Lärmquellen
Die größte planerische Herausforderung in Bezug auf den Schallschutz war der Umgang mit dem Gewerbelärm des Wertstoffhofes, obwohl dieser nur tage- und stundenweise geöffnet ist. In Zusammenarbeit mit einem Fachplaner für Schallschutz, dem Architektenberater Omar Ayoubi von Solarlux, wurde eine Lösung entwickelt, die den Gewerbelärm eindämmt und es erlaubt, die Fenster nicht nur zu Reinigungszwecken zu öffnen. Die Fassadenverglasung von Solarlux ist direkt vor den Fenstern montiert und dient als Doppelfassade. Sie ermöglicht die Öffnung der Fenster zum Innenraum, ohne dass Schall eindringt.
Die schmalen Spalte zwischen den Elementen sorgen für eine ausreichende Frischluftzufuhr bei geschlossener Front. So wird jeglicher Lärm an den Fassaden abgefangen und gelangt nicht in den Wohnraum. Ein weiterer Vorteil der Glaselemente: Sie lassen ein einfaches Öffnen der äußeren Seite der Doppelfassade zu. Bewohner können so mit wenigen Handgriffen und dank der schmalen Vorsprünge vor den Fassaden bei geöffnetem Innenraum eine Loggia erzeugen, die direkt in den Wohnraum übergeht. Dazu werden die Schiebe-Dreh-Elemente SL 25 zur Seite geführt und dort um 90 Grad aufgedreht.
Auch die anderen Fassaden mussten vor dem umgebenden Lärm geschützt werden. So dämmen vor die Fenster montierte Prallscheiben den Verkehrslärm der Nordseite. Zusätzlich wurden Balkone auf der Hälfte der Westfassade verglast, um dort den Geräuschpegel der Landbergerstraße aufzufangen. Hier sind die Glaselemente nicht direkt vor dem Fenster montiert, sondern auf eine Glasbrüstung der Balkone aufgesetzt. So können die Balkone selbst bei Wind und Wetter von den Bewohnern genutzt werden. Denn im geschlossenen Zustand sorgen die Elemente nicht nur für einen effizienten Schallschutz von bis zu 22 Dezibel, sondern auch für einen Temperaturpuffer. Dank des Mehrwerts der Fassadenverglasungen von Solarlux, konnten die Architekten bei diesem Bauvorhaben die Wohnqualität sogar steigern. Der schallgeschützte Gebäuderiegel erlaubt zusätzlich offene Balkone im Innenhof.
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