15.03.2016 | Top-Thema Intrastat-Meldungen: Was beim Erstellen beachtet werden muss

Intrastat: Meldungen machen - so geht es

Kapitel
Elektronische Übermittlung der Intrastat-Meldung: IDEV und eSTATISTIKcore
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Meldezeiträume, die Meldeformen für die Intrastat-Meldung und die einzelnen Möglichkeiten der elektronischen Übermittlung: IDEV und eSTATISTIKcore. Ein Beispiel rundet das Thema ab.

Intrastat-Meldezeitraum: Monat, in dem der innergemeinschaftliche Warenverkehr stattgefunden hat

Meldezeitraum ist der Kalendermonat, in dem der innergemeinschaftliche Warenverkehr stattgefunden hat. Wird die betreffende Rechnung erst im darauf folgenden Monat ausgestellt oder vorgelegt, ist es möglich, dass der Unternehmer, den innergemeinschaftlichen Warenverkehr ausnahmsweise im darauf folgenden Monat meldet. Dies ist allerdings die längste mögliche Frist; weitere Verzögerungen bei der Rechnungstellung oder beim Rechnungseingang führen nicht dazu, dass die Meldefrist erneut verlängert wird. Der innergemeinschaftliche Warenverkehr muss also spätestens im darauf folgenden Monat beim Statistischen Bundesamt gemeldet werden.

Praxis-Beispiel: Meldezeiträume für die Intrastat-Meldung in Abhängigkeit vom Lieferzeitpunkt

  • Eine Ware wird im Mai aus Belgien bezogen, die Rechnung hierüber trifft beim deutschen Leistungsempfänger aber erst im Juni ein; Berichtsmonat ist in diesem Fall Juni.
  • Eine Ware wird im Februar nach Frankreich ausgeliefert, die Rechnung aber erst im Mai erstellt; Berichtsmonat ist März.

Unternehmer müssen die Meldung bis zum 10. Arbeitstag nach Ablauf des Berichtsmonats übermitteln.

Meldeformen für die Intrastat-Meldung: Es gibt mehrere elektronische Wege

Seit dem 1.8.2013 müssen die Intrastat-Meldungen elektronisch an das Statistische Bundesamt übermittelt werden. Zu den wichtigsten Fragen gibt die Behörde einen jährlich aktualisierten Leitfaden heraus. Dort ist auch der Link auf das Statistische Warenverzeichnis und die wichtigsten Änderungen für dieses Jahr zu finden. Ausnahmen von der elektronischen Meldepflicht sind nur noch in Härtefällen gestattet. Diese sind vor allem dann gegeben, wenn eine elektronische Datenübermittelung wirtschaftlich oder persönlich unzumutbar ist. Die Ausnahme muss schriftlich beim Statistischen Bundesamt, Außenhandel, 65180 Wiesbaden beantragt werden.

Für die elektronische Übermittlung stehen mehrere Wege zur Verfügung: das IDEV-Meldesystem und das Meldeverfahren eSTATISTIKcore. Per Mail dürfen die Meldungen nicht geschickt werden – aus Datenschutzgründen werden diese nicht verarbeitet.

Intrastat-Online-Meldung via IDEV

 Im IDEV-Meldesystem können Unternehmer entweder online ein Formular bearbeiten oder Dateien hochladen.

1. Online-Meldung: Bei diesem Verfahren wird ein Anmeldeformular direkt online im Internetbrowser bearbeitet. Die Meldung wird hier direkt eingegeben.

2. Datei-Upload: Die Intrastat-Meldedatei wird zunächst offline erstellt und anschließend an das Statistische Bundesamt übermittelt. Die Dateien können mit der Intrahandels-Daten-Erfassungs-Software (IDES) erstellt werden. Alternativ ist es möglich, ASCII- oder INSTAT/XML-Dateien mit vereinbartem Satzaufbau hochzuladen.

Weitere nützliche Funktionen

Das Programm IDES ermöglicht es nicht nur, die Daten einzugeben. Das Programm bietet auch Hilfsfunktionen und ist in der Lage, Daten aus anderen Dateien, etwa aus der Buchhaltung, über eine Schnittstelle zu übernehmen und als Eingabesätze abzuspeichern. Die IDES-Software kann auf der IDEV-Hilfeseite heruntergeladen oder per Mail auf CD-ROM angefordert werden. Die Datensatzbeschreibung und Erläuterungen zu ASCII-Dateien können auf der IDEV Hilfeseite  als PDF-Datei heruntergeladen oder per E-Mail bzw. telefonisch angefordert werden.

Intrastat-Meldung via eSTATISTIKcore

„core“ steht für „Common Online Rawdata Entry“. Das System unterstützt die automatisierte Gewinnung der Rohdaten aus den betrieblichen Daten von Unternehmen. Außerdem hilft es, die Daten automatisiert an die zentralen Online-Dateneingangsstellen zu übermitteln. Alle Informationen zu eSTATISTIKcore finden Sie – ebenso wie die Liefervereinbarungen – im Internet.

Berichtigung von fehlerhaften Intrastat-Meldungen

Stellt sich heraus, dass die übermittelten Intrastat-Meldungen fehlerhaft sind, müssen sie grundsätzlich korrigiert werden, wenn sie das laufende oder das vorangegangene Kalenderjahr betreffen. Es sind allerdings nur die Anmeldepositionen zu korrigieren, die im Zeitpunkt der Anmeldung objektiv unzutreffend waren (z. B. Anmeldung einer anderen als der gelieferten Ware). Nachträglich eingetretene Änderungen (wie spätere Vertragsänderungen, Skonti oder nicht absehbare Mengenrabatte am Jahresende)müssen nicht korrigiert werden.

Um die Berichtigungen einfach zu halten, sind Korrekturen auf folgende Fälle beschränkt:

  • Angaben in den Feldern 18 (Rechnungsbetrag) bzw. 19 (Statistischer Wert) müssen nur korrigiert werden, wenn sich der ursprüngliche Wert durch die Berichtigung um mehr als 5.000 EUR verändern würde.
  • Angaben in den Feldern 16 (Eigenmasse) und 17 (Besondere Maßeinheit) müssen nur korrigiert werden, wenn sich die ursprüngliche Menge durch die Korrektur um mehr als 10 % verändern würde.
  • Angaben in den übrigen Feldern müssen nur korrigiert werden, wenn der Rechnungsbetrag (Feld 18) bzw. der Statistische Wert (Feld 19) der betreffenden Warenposition höher ist als 5.000 EUR.

Berichtigungen müssen über das elektronische Meldeverfahren IDEV im Formular „Intrahandel Berichtigung“ gemeldet werden. Die Behandlung von Retouren und Gutschriften ist der Sammlung von Beispielen im Merkblatt des Statistischen Bundesamts zu entnehmen.

Schlagworte zum Thema:  Meldung, Handelsstatistik, Zusammenfassende Meldung, Intrastat

Aktuell

Meistgelesen