Mit dem Abstimmen der Umsatzerlöse und den sonstigen betrieblichen Erträgen geht auch der Abgleich der Umsatzsteuerkonten einher. Dieser Beitrag zeigt, worauf geachtet werden muss und wie Schritt für Schritt vorgegangen werden kann.

Worauf beim Abstimmen der Erlöskonten zu achten ist

Diese Arbeit beschränkt sich im Wesentlichen auf Umbuchungen zwischen den verschiedenen Ertragsarten.

Die Umsatzerlöse – sofern umsatzsteuerpflichtig – müssen separat mit den jeweiligen Umsatzsteuerkonten abgeglichen werden. Zu den Umsatzerlösen gehören nach den Vorschriften des BilRUG auch die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen der Kapitalgesellschaft nach § 277 Abs. 1 HGB.

Arbeitsschritteerledigt

Achten Sie darauf, dass die Erlöse nach steuerlichen Gesichtspunkten auf getrennten Konten richtig erfasst sind. Darüber hinaus sollte man die unterjährige Aufgliederung nach verschiedenen Warengruppen oder Dienstleistungen zum Jahresende wieder zusammenfassen, damit Außenstehenden (Finanzamt, Banken, Wettbewerbern, Lieferanten etc.) die Nachkalkulation nicht allzu leichtgemacht wird.

 

Klären Sie ungewöhnlich hohe Sollbuchungen und auffällige Bank- und Forderungsumsätze in gleicher Höhe ab, ob tatsächlich Umsatz storniert bzw. doppelt erzielt wurde.

 

Buchen Sie auch Bagatellerlöse, wie etwa "Erlöse Leergut", "Erlöse Abfallverwertung" und "Provisionserlöse", auf "Umsatzerlöse" um, wenn es nicht Ihr wesentliches Geschäft ist.

 

Bereiten Sie für den Abschluss zu den Auslandsumsätzen die Ausfuhrbescheinigungen und zu den EU-Umsätzen ordnungsmäßige Rechnungen und Versandnachweise vor. Die entsprechenden Erlöskonten sind ebenso auf "Ausreißer" hin zu prüfen.

 

 

Praxis-Beispiel: Kontrolle bei steuerfreien Lieferungen

Auf der Rechnung an einen italienischen Selbstabholer und Einmalkunden fehlen sowohl die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden als auch eine Gelangensbestätigung, die Ware nach Italien befördern zu haben.

Die an sich steuerfreie EU-Lieferung über 2.000 EUR ist deshalb auf das Konto "Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EG-Lieferungen" umzubuchen

Konto SKR 04 SollKontenbezeichnungBetrag EURKonto SKR 04 HabenKontenbezeichnungBetrag EUR

4125

Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen

2.000,00

4315

Erlöse aus im Inland steuerpflichtigen EU-Lieferung 19 %

1.680,67

 

 

 

3808

Umsatzsteuer EU-Lieferungen 19 %

319,33

Differenzbesteuerung: Es sind besondere Konten zu führen und abzustimmen

Im Regelfall sind Umsätze entweder als Ganzes umsatzsteuerpflichtig oder nicht. Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG bildet eine Ausnahme. Mehrwertsteuerpflichtig ist nur die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis eines (Gebraucht-)Gegenstandes beim Ankauf durch

  • Eine Privatperson,
  • einen Kleinunternehmer unter 17.500 EUR Jahresumsatz oder
  • einen Kollegen mit seinerseits angewandter Differenzbesteuerung oder
  • einen anderen Unternehmer mit überwiegend umsatzsteuerfreien Erlösen (Arzt, Versicherungsvertreter usw.)

Mehrwertsteuerpflichtig ist also somit der Rohaufschlag auf den Einkauf, in jedem Fall mit dem Regelsteuersatz.

Bis zur Höhe der Anschaffungskosten bleibt der Verkaufserlös umsatzsteuerfrei, wenn

  • beim Ankauf des Gegenstands kein Vorsteuerabzug möglich war,
  • der Wiederverkäufer Unternehmer ist und
  • es sich beim Gegenstand weder um Edelmetall noch um einen Edelstein handelt

Der Wiederverkäufer, der Umsätze von Gebrauchtgegenständen nach § 25a UStG versteuert, muss für jeden Gegenstand getrennt folgende Angaben aufzeichnen:

  • den Verkaufspreis,
  • den Einkaufspreis und
  • die jeweilige Differenz.

Bei Gegenständen unter dem Wert von insgesamt 500 EUR kann er auch den Gesamteinkaufspreis aufzeichnen.

Die Aufzeichnungen für die Differenzbesteuerung sind getrennt von den übrigen Aufzeichnungen zu führen. Dazu sollten 3 Konten angelegt werden: ein Einkaufskonto und 2 Erlöskonten für den steuerfreien und den steuerpflichtigen Teil ("Differenz").

Arbeitsschritterledigt

Stimmen Sie bei der Differenzbesteuerung die gesonderten Konten Gebrauchtwareneinkauf, steuerfreie und steuerpflichtige Erlöse aus Differenzbesteuerung miteinander ab.

 

Sortieren Sie sämtliche Einkaufsbelege und Verkaufsrechnungen der Gebrauchtgegenstände heraus. Nur solche Belegpaare kommen für die Differenzbesteuerung infrage. Holen Sie nun ggf. die Einzelaufzeichnungen sämtlicher Gegenstände mit einem Einkaufspreis über 500 EUR nach und bilden Sie ansonsten monatliche Gesamtsummen.

 

Beginnen Sie mit einer formellen Prüfung:

  • Die Differenzbesteuerung bei Antiquitäten, Kunstgegenständen oder Sammlungsstücken ist von einer formlosen Erklärung abhängig, die spätestens bei Abgabe der ersten Voranmeldung des Kalenderjahres beim Finanzamt einzureichen ist. Darin müssen die Gegenstände bezeichnet werden, auf die sich die Differenzbesteuerung erstreckt. Also: keine rechtzeitige Erklärung, keine Differenzbesteuerung.
  • Sofern die Aufzeichnungen zur Differenzbesteuerung sehr lückenhaft sind, ist es fraglich, ob die Abstimmarbeiten lohnen. Bedenken Sie, dass Aufzeichnungen zeitnah erfolgen müssen und eine Verspätung von einem Jahr zur nachträglichen Vermeidung von Umsatzsteuer möglicherweise nicht akzeptiert wird.

Ist auf einer Verkaufsrechnung unzulässigerweise die Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen, schuldet der Wiederverkäufer die ausgewiesene Steuer zusätzlich zur Differenzsteuer. Zwar können Sie für jeden einzelnen Gebrauchtgegenstand über 500 EUR entscheiden, ob Sie die Differenzbesteuerung anwenden oder nicht, die Entscheidung ist aber u. U. bereits mit der Erfassung in der Buchhaltung dokumentiert.

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Schlagworte zum Thema:  Jahresabschluss, Erlöse, Buchhaltung