Vorsteuerabzug, rückwirkend... / 5 Zeitlich beschränkte Absenkung der Umsatzsteuersätze im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets

Mit der ab 1.7.2020 geplanten Absenkung der Umsatzsteuersätze auf 16 % bzw. 5 %, welche bis zum 31.12.2020 gelten soll, ändern sich grundsätzlich nicht die Regelungen zur rückwirkenden Rechnungsberichtigung zur Geltendmachung des Vorsteuerabzugs. Zu beachten ist hier, dass die Rechnungslegung zu dem im Zeitpunkt der Leistungserbringung geltenden Umsatzsteuersatz erfolgt. Liegt dem Leistungsempfänger eine materiell-rechtlich korrekte aber formell unvollständige Rechnung vor und wird diese zu einem späteren Zeitpunkt korrigiert, gilt auch hier weiterhin der bei Rechnungslegung gültige Steuersatz.

 
Praxis-Beispiel

Rechnungsstellung mit 16 % – Rechnungskorrektur mit 16 %

Unternehmerin Lies erwirbt am 15.8.2020 einen PC für ihr Büro zum Preis von 1.000 EUR zzgl. 160 EUR Umsatzsteuer (16 %). Im Rahmen einer im Jahr 2022 durchgeführten Betriebsprüfung wird die formelle Ordnungsmäßigkeit der Rechnung angezweifelt und Lies holt eine berichtigte Rechnung beim Lieferanten ein. Da die Rechnung eine Lieferung im August 2020 betrifft, ist der zu diesem Zeitpunkt geltende und in der Ursprungsrechnung ausgewiesene Steuersatz von 16 % auch weiterhin anzusetzen, da dieser auch im Zeitpunkt der rückwirkenden Berichtigung weiter fort gilt.

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