Beim Zusammentreffen in einem VZ sind zunächst die Verluste aus vorangegangenen VZ im Wege des Verlustvortrags und danach die Verluste aus dem nachfolgenden VZ im Wege des Verlustrücktrags zu berücksichtigen. Dieses Vorgehen entspricht ständiger Praxis. Dem Steuerpflichtigen geht durch diese Abzugsreihenfolge nichts verloren. Die Regelung des Vorrangs des Verlustvortrags vor dem Verlustrücktrag gilt unabhängig davon, ob es sich um Verlustvorträge nach altem Recht[1] oder nach neuem Recht handelt.

 
Praxis-Beispiel

Zusammentreffen von Verlustvor- und -rücktrag

W hat aus 2020 einen Verlustvortrag i. H. v. ./. 3 Mio. EUR. Der Gesamtbetrag der Einkünfte 2021 beträgt 2,75 Mio. EUR. Der Verlustrücktrag aus 2022 beträgt ./. 1,15 Mio. EUR.

 
VZ 2021: EUR EUR
Verlustvortrag aus VZ 2020   ./. 3.000.000
Gesamtbetrag der Einkünfte 2.750.000  
Verlustabzug nach § 10d Abs. 2 EStG unbeschränkt ./. 1.000.000 1.000.000
Für den beschränkten Verlustabzug verbleiben: 1.750.000 ./. 2.000.000
60 % von 1.750.000 EUR = 1.050.000 EUR    
Aus VZ 2020 noch abziehbarer Verlust (höchstens 1.050.000 EUR) ./. 1.050.000 1.050.000
Einkommen vor Berücksichtigung des Verlust­rücktrags aus VZ 2022 700.000  
Verbleibender Verlust­vortrag aus VZ 2020   ./. 950.000
Verlustrücktrag aus VZ 2022   ./. 1.150.000
(höchstens 1 Mio. EUR) ./. 700.000 700.000
Berechnungsgrundlage zur weiteren Ermittlung des Einkommens im VZ 2021    
Verbleibender Verlustvortrag   ./. 450.000
Der verbleibende Verlustvortrag in den VZ 2023 beträgt insgesamt (./. 950.000 EUR ./. 450.000 EUR =)   ./. 1.400.000

W sollte den Verlustrücktrag aus 2022 wahlweise um die Beträge begrenzen, die 2021 ohnehin als Grundfreibetrag, Sonderausgaben und ggf. außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können. Der insoweit dadurch nicht ausgeschöpfte Verlustrücktrag geht in die als verbleibender Verlustvortrag in den VZ 2023 festzustellenden Beträge zusätzlich mit ein.

[1] Aus der Zeit der sog. Mindestbesteuerung vor 2004.

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