Verluste bei der Einkommens... / 7 Zusammentreffen von Verlustvor- und -rücktrag in einem VZ

Treffen der Verlustvortrag aus einem früheren VZ und der Verlustrücktrag aus dem nachfolgenden VZ in einem VZ zusammen, hat der Verlustvortrag Vorrang vor dem Verlustrücktrag. Das entspricht ständiger Verwaltungspraxis. Dem Steuerpflichtigen geht dadurch auch nichts verloren. Diese Vorrang-Regelung des Verlustvortrags vor dem Verlustrücktrag gilt unabhängig davon, ob es sich um Verlustvorträge nach altem (= aus der Zeit der sog. Mindestbesteuerung vor 2004) oder nach neuem Recht handelt.

 
Praxis-Beispiel

Zusammentreffen von Verlustvor- und -rücktrag in einem VZ

S hat aus 2019 einen Verlustvortrag i. H. v. ./. 4 Mio. EUR. Der GdE 2020 beträgt 3,8 Mio. EUR. Der Verlustrücktrag aus 2021 beträgt 1,5 Mio. EUR.

VZ 2020: EUR EUR

Verlustvortrag aus VZ 2019./. 4.000.000

GdE 3.800.000

Verlustabzug nach § 10d Abs. 2 EStG unbeschränkt ./. 1.000.000 1.000.000

für den beschränkten Verlustabzug verbleiben 2.800.000 ./. 3.000.000

60 % von 2.800.000 EUR = 1.680.000 EUR ./. 1.680.000 1.680.000

Einkommen vor Berücksichtigung des Verlustrücktrags aus 2021 1.120.000

Verbleibender Verlustvortrag aus 2019 ./. 1.320.000

Verlustrücktrag aus 2021./. 1.500.000

(höchstens 5 Mio. EUR[1]

)

./. 1.120.000 1.120.000

Berechnungsgrundlage zur weiteren Ermittlung des Einkommens

im VZ 2020

Einkommen nach Berücksichtigung des Verlustrücktrags aus 2021 0

Verbleibender Verlustvortrag ./. 380.000

Der verbleibende Verlustvortrag in den VZ 2022 beträgt danach

insgesamt (./. 1.320.000 ./. 380.000 EUR =) ./. 1.700.000

S sollte den Verlustrücktrag aus 2021 auf Antrag um die Beträge kürzen, die sich bei ihm im VZ 2020 als Grundfreibetrag, Sonderausgaben und ggf. außergewöhnliche Belastung ausgewirkt hätten und nach entsprechender Antragstellung auch auswirken. Der insoweit dann höhere Verlustrücktrag, der sich nicht in 2020 auswirkt, geht mit in den verbleibenden Verlustvortrag nach VZ 2022 mit ein.

[1] § 10d Abs. 1 EStG i. d. F. des Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) v. 29.6.2020, BGBl 2020 I S. 1512.

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