Verluste bei der Einkommens... / 4.1.1 Grundsatz

Die Begrenzung auf den Höchstbetrag erfolgt nicht pro Einkunftsart, sondern personenbezogen auf den einzelnen Steuerpflichtigen, der den Verlust erzielt hat.

Das gilt auch bei Personengesellschaften und -gemeinschaften; der Höchstbetrag gilt für jeden Beteiligten. Der Anteil des einzelnen Beteiligten an dem Verlust ergibt sich aus der einheitlichen und gesonderten Feststellung; die Entscheidung über die Gewährung des Höchstbetrags erfolgt bei der Einkommensteuerveranlagung des Beteiligten.

Die Höchstbetragsbegrenzung gilt zusammengefasst für alle Verluste, auch für diejenigen aus Einkunftsarten, die besonderen Verlustverrechnungsbeschränkungen unterliegen, soweit für diese die Regelungen des § 10d Abs. 1 EStG ausweislich der jeweiligen gesetzlichen Spezialregelung[1] anzuwenden sind.[2]

 
Hinweis

Vorrangiger Abzug des Verlustrücktrags

Wegen des vorrangigen Abzugs des Verlustrücktrags vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen usw.[3] sollte der Steuerpflichtige prüfen, ob eine Begrenzung des Verlustrücktrags oder ein Verzicht darauf[4] nicht günstiger ist, weil sich sonst der Grundfreibetrag, die Sonderausgaben usw. möglicherweise nicht steuermindernd auswirken und Abzugsbeträge verloren gehen können.

 
Praxis-Beispiel

Begrenzung des Verlustrücktrags

S hat im VZ 2019 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit i. H. v. 100.000 EUR und einen Verlust aus Vermietung und Verpachtung i. H. v. 130.000 EUR erzielt. Sein GdE beträgt (100.000 EUR ./. 130.000 EUR =) ./. 30.000 EUR. Im Vorjahr 2018 betrug sein GdE 32.000 EUR. Das Finanzamt führt den Verlustrücktrag i. H. v. 30.000 EUR durch. S kann den Verlustrücktrag durch Stellen eines entsprechenden Antrags begrenzen, z. B. um sich den Sonderausgabenabzug für 2018 zu erhalten. Verlustbeträge, die nicht im Wege des Verlustrücktrags verrechnet werden, gehen in den festzustellenden Verlustvortrag ein. So bleibt ihm ein höherer Verlustabzug für die kommenden VZ erhalten.

[2] BMF, Schreiben v. 29.11.2004, IV C 8 – S 2225 – 5/04, BStBl 2004 I S. 1097; dieses Schreiben ist weiterhin anzuwenden, BMF, Schreiben v. 11.3.2020, IV A 2 – O 2000719/10008 :001, BStBl 2020 I S. 298, Anlage 1 Nr. 734.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge