Umlaufvermögen / 3.2 Ausübung von Wahlrechten

Üben Kaufleute steuerrechtliche Wahlrechte in Abweichung von der Handelsbilanz aus, sind die Wirtschaftsgüter, die nicht mit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen werden, in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse aufzunehmen.[1] Das gilt z. B. bei Wahl der steuerrechtlich nicht zulässigen Fifo-Bewertungsmethode in der Handelsbilanz.

Ein handelsrechtliches Bewertungswahlrecht führt steuerrechtlich zum Ansatz des höchsten nach Handels- und Steuerrecht zulässigen Werts, soweit nicht auch steuerrechtlich ein inhaltsgleiches Wahlrecht besteht.[2] Für die Kosten der allgemeinen Verwaltung, der sozialen Einrichtungen und für Fremdkapitalzinsen besteht handelsrechtlich ein Einbeziehungswahlrecht,[3] das nach Verwaltungsauffassung auch steuerrechtlich gilt.[4] Kalkulatorische Kosten, z. B. Zinsen für Eigenkapital, "Unternehmerlohn", sind keine Herstellungskosten.[5]

 
Hinweis

Aktivierungswahlrecht für allgemeine Verwaltungskosten

Die Ausübung des Aktivierungswahlrechts für die Kosten der allgemeinen Verwaltung, der sozialen Einrichtungen und für Fremdkapitalzinsen bei der Ermittlung der Herstellungskosten auch in der Steuerbilanz nach den Grundsätzen des R 6.3 Abs. 4 EStR 2008 kann bis zur Verifizierung des damit verbundenen Erfüllungsaufwands, längstens bis zu einer Neufassung der EStR weiter angewandt werden.[6]

[6] BMF, Schreiben v. 25.3.2013, IV C 6 -S 2133/09/10001 :004, BStBl 2013 I S. 296; dieses Schreiben ist weiterhin anzuwenden, BMF, Schreiben v. 11.3.2020, IV A 2 – O 2000/19/10008 :001, Anlage 1 Nr. 498, BStBl 2020 I S. 298.

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