Equity-Bewertung nach HGB u... / 6 Einordnung der Equity-Methode
 

Rz. 37

Um eine tatsachengetreuere Bewertung der Beteiligung zu gewährleisten, hat sich die Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen seit vielen Jahren national und international etabliert. Bei dieser Methode werden im Vergleich zur Voll- und Quotenkonsolidierung weder die Vermögensgegenstände und Schulden noch die Aufwendungen und Erträge des einzubeziehenden Unternehmens in den Konzernabschluss übernommen. Im Vergleich zur Beteiligungsbewertung mit dem Buchwert erhöht die quotale Aufdeckung stiller Reserven und die anschließende Wertfortschreibung der Beteiligung die Aussagekraft des Konzernabschlusses, da Eigenkapitaländerungen beim assoziierten Unternehmen zeitkongruent als entsprechende Änderungen im Beteiligungsansatz und im Konzernergebnis sichtbar gemacht werden. Gegenüber der reinen fair-value-Bewertung, wie sie bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS Anwendung findet, besitzt sie den Vorteil, dass Zuwächse der stillen Reserven nach der erstmaligen Bewertung nicht zum Ausweis gebracht werden.[1]

 

Rz. 38

Kritisch anzumerken ist vor allem, dass die Equity-Methode im Gegensatz zur Anschaffungswertmethode einen wesentlich höheren Aufwand erfordert, weil der Wertansatz der Beteiligung jährlich um anteilige Änderungen des Eigenkapitals fortzuführen ist und etwaige Zwischengewinne (grundsätzlich unter Beachtung latenter Steuern) zu eliminieren sind. Aufgrund des nur maßgeblichen Einflusses auf das assoziierte Unternehmen können erhebliche Probleme bei der Informationsbeschaffung auftreten, sodass sowohl die in HGB und IFRS geforderte Aufdeckung und Zuordnung von stillen Reserven und Lasten als auch die Eliminierung von Verbundergebnissen oft nur schwer möglich ist. Zudem ist das DRSC bei der Ausgestaltung des DRS 26 in Teilbereichen über die gesetzlichen Regelungen hinausgegangen.

 

Rz. 39

Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass sowohl in der Theorie als auch in der Praxis eine umfassende Diskussion über die Anwendung und Ausgestaltung der Equity-Methode stattfindet. Dennoch hat das IASB die Equity-Methode für Gemeinschaftsunternehmen in IFRS 11 in Übereinstimmung mit den Regelungen nach US-GAAP zur einzig zulässigen Methode erklärt.

[1] Vgl. Müller/Wobbe, StuB 2014, S. 91.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge