Grundsätzlich sieht das Gesetz keine Betriebsausgaben-Pauschalen vor. Eine Ausnahme hiervon betreffen den Abzug von Verpflegungsaufwendungen anlässlich von Geschäftsreisen[1] oder die Fahrten mit eigenem PWK im Privatvermögen aus Anlass einer Geschäftsreise.[2]

Neuer Pauschbetrag für Berufskraftfahrer

Mit dem Jahressteuergesetz 2019[3] wurde erstmals für Veranlagungszeitraum 2020[4] ein neuer Pauschbetrag für angestellte und selbständige Berufskraftfahrer in Höhe von 8 EUR täglich eingeführt.[5] Die neue Pauschale soll Aufwendungen abgelten, die üblicherweise während einer mehrtägigen beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang mit einer Übernachtung im Kraftfahrzeug entstehenden (z. B. Park- oder Abstellgebühren auf Raststätten und Autohöfen). Der Pauschbetrag kann zusätzlich zu den gesetzlichen Verpflegungspauschalen beansprucht werden.

 
Hinweis

Homeoffice-Pauschale

Mit dem Jahressteuergesetz (JStG) 2020[6] hat der Gesetzgeber befristet für die Jahre 2020 und 2021[7] eine sog. Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag, höchstens 600 Euro im Jahr eingeführt.[8]

Die Pauschale kann in Anspruch genommen werden, wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder wenn auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird.

Der Steuerpflichtige kann in diesem Fall für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht, für seine gesamte betriebliche Betätigung einen Betrag von 5 EUR abziehen, höchstens 600 EUR im Wirtschafts- oder Kalenderjahr. Mit der Tagespauschale sind alle (Mehr-)Aufwendungen für die Nutzung der häuslichen Wohnung abgegolten.

Darüber hinaus kann das Finanzamt mangels ordnungsgemäßer Aufzeichnungen Betriebsausgaben für gewisse Berufsgruppen schätzen. Für eine hauptberuflich schriftstellerische und journalistische Tätigkeit[9] können pauschal 30 % des Umsatzes als Betriebsausgaben, maximal 2.455 EUR jährlich, für nebenberuflich schriftstellerische, künstlerische und wissenschaftliche Tätigkeit sowie für nebenberufliche Lehr-, Vortrags- und Prüfungstätigkeiten[10] pauschal 25 % des Umsatzes, maximal 614 EUR jährlich,[11] als Betriebsausgaben ergebnismindernd berücksichtigt werden. Liegen nachweisbar höhere Betriebsausgaben vor, sind diese anzusetzen.

[2] R 4.12 Abs. 2 EStR i. V. m. Abschn. 9.5 Abs. 1 S. 5 LStR und H 9.5 "Pauschale Kilometersätze" LStH
[3] Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften v. 12.12.2019, BGBl 2019 I S. 2451
[6] Gesetz v. 21.12.2020, BGBl I 2020 S. 3096.
[7] § 52 Abs. 6 Satz 13 EStG i. d. F. des JStG 2020
[8] § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG i. d. F. des JStG 2020
[11] H 18.2 "Betriebsausgabenpauschale" EStH

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