Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 3 Bilanzsumme (Abs. 2)
 

Rz. 23

Der neue § 293 Abs. 2 HGB dient der Klarstellung, dass die Definition der Bilanzsumme in § 267 Abs. 4a HGB auch auf Konzernabschlüsse entsprechend anzuwenden ist. § 267 Abs. 4a HGB legt – gegenüber der Altregelung in § 267 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 Nr. 1 HGB aF inhaltlich unverändert – fest, dass sich die Bilanzsumme aus den Posten A–E des § 266 Abs. 2 HGB zusammensetzt (§ 267 Rz 13). Die inhaltlich unveränderte Übernahme der Altregelung ist insofern zu bedauern, als dass mit § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB ein Ansatzwahlrecht für aktive latente Steuern besteht und die Nutzung des Ansatzwahlrechts entsprechend Einfluss auf die Größenklasse entfaltet. Wenngleich die Ausübung des Wahlrechts grundsätzlich stetig zu erfolgen hat (§ 246 Abs. 3 HGB) und Abweichungen nach § 252 Abs. 2 HGB nur in begründeten Ausnahmen zulässig sind, werden geänderte Rechtsvorschriften regelmäßig als Gründe für eine Ausnahme vom Stetigkeitsgrundsatz anerkannt. Das IDW zählt unter diese Ausnahmefälle ausdrücklich auch, dass die Abweichung dazu dient, Ansatz- oder Bewertungsvereinfachungsverfahren in Anspruch zu nehmen. Dies ist bei einer Größenklassenbestimmung gegeben. Daher konnten/können Unternehmen unter Verweis auf § 267 Abs. 4a HGB im Übergang auf das BilRUG anstelle des Ansatzes aktiver latenter Steuern auf deren Aktivierung verzichten und damit das Stetigkeitsgebot durchbrechen.

 

Rz. 23a

Infolge von § 301 Abs. 2 Satz 2 HGB ist zu beachten, dass bei erstmaliger Aufstellung eines Konzernabschlusses für die Festsetzung des Bewertungszeitpunkts der Wertansätze zwar grundsätzlich der Zeitpunkt der Einbeziehung des TU in den Konzernabschluss – und nicht jener, an dem das Unt TU geworden ist – maßgeblich ist. In Ausnahmefällen dürfen aber auch die Wertansätze nach Satz 1 (Zeitpunkt, an dem das Unt TU geworden ist) angewendet werden. Somit können bei der Nettomethode aus der Anwendung dieses Wahlrechts ggf. unterschiedlich hohe Bilanzsummen resultieren.

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