Baugewerbe / 5.1 Leistungen ausländischer Bauunternehmer

Bauleistungen ausländischer Unternehmer unterliegen nach den allgemeinen Rechtsvorschriften im Inland der Umsatzsteuer. Damit werden im Regelfall die Bauleistungen nach deutschem Steuerrecht steuerbar und steuerpflichtig sein, wenn es sich um eine im Inland ausgeführte Bauleistung handelt.

Zu beachten ist dabei, dass der Leistungsempfänger in diesem Fall zum Steuerschuldner für die Umsatzsteuer des leistenden Unternehmers wird, wenn es sich bei dem Leistungsempfänger um einen Unternehmer handelt.[1] Die Leistung muss vom Leistungsempfänger nicht für unternehmerische Zwecke bezogen werden.

 
Praxis-Beispiel

Reverse-Charge-Verfahren trotz privatem Leistungsbezug

Fliesenleger F (Unternehmer) baut für eigene private Zwecke ein Einfamilienhaus. Er erteilt dem niederländischen Bauunternehmer B den Auftrag, den Rohbau für sein Einfamilienhaus in Aachen zu errichten. B erbringt mit der Errichtung des Rohbaus im Inland eine steuerbare und steuerpflichtige Werklieferung. F wird nach § 13 b Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Abs. 5 Satz 1 UStG zum Steuerschuldner für die an ihn ausgeführte Bauleistung, obwohl er die Leistung nicht für sein Unternehmen bezogen hat. B ist ein ausländischer Unternehmer nach § 13 b Abs. 7 UStG. Da die Leistung nicht für das Unternehmen des F bezogen wird, scheidet ein Vorsteuerabzug der von F geschuldeten Umsatzsteuer aus.

 
Praxis-Tipp

Bauabzugsteuer

Darüber hinaus muss der Leistungsempfänger prüfen, ob er Bauabzugsteuer nach § 48 EStG einbehalten und abführen muss.

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