UStR 2005 / 71. Umsätze, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen
 

(1) 1Zu den Umsätzen, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen (grunderwerbsteuerbare Umsätze), gehören insbesondere die Umsätze von unbebauten und bebauten Grundstücken, ausgenommen deren Entnahme. 2Für die Grunderwerbsteuer können mehrere von dem Grundstückserwerber mit verschiedenen Personen – z. B. Grundstückseigentümer, Bauunternehmer, Bauhandwerker – abgeschlossene Verträge als ein einheitliches, auf den Erwerb von fertigem Wohnraum gerichtetes Vertragswerk anzusehen sein (BFH-Urteile vom 27.10.1982 – BStBl 1983 II S. 55 – und vom 27.10.1999 – BStBl 2000 II S. 34). 3Dieser dem Grunderwerbsteuergesetz unterliegende Vorgang wird jedoch nicht zwischen dem Grundstückserwerber und den einzelnen Bauunternehmern bzw. Bauhandwerkern verwirklicht (BFH-Urteile vom 7.2.1991 – BStBl II S. 737 –, vom 29.8.1991 – BStBl 1992 II S. 206 – und vom 10.9.1992 – BStBl 1993 II S. 316). 4Die Leistungen der Architekten, der einzelnen Bauunternehmer und der Bauhandwerker sind mit dem der Grunderwerbsteuer unterliegenden Erwerbsvorgang nicht identisch und fallen daher auch nicht unter die Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Nr. 9 Buchstabe a UStG (vgl. auch BFH-Beschluss vom 30.10.1986 – BStBl 1987 II S. 145 – und BFH-Urteil vom 24.2.2000 – BStBl II S. 278).

 

(2) Unter die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 9 Buchstabe a UStG fallen z. B. auch:

 

1.

die Bestellung von Erbbaurechten (BFH-Urteile vom 28.11.1967 – BStBl 1968 II S. 222 und 223) und die Übertragung von Erbbaurechten (BFH-Urteil vom 5.12.1979 – BStBl 1980 II S. 136),

 

2.

die Übertragung von Miteigentumsanteilen an einem Grundstück,

 

3.

die Lieferung von auf fremdem Boden errichteten Gebäuden nach Ablauf der Miet- oder Pachtzeit (vgl. Abschnitt F II des BMF-Schreibens vom 23.7.1986 – BStBl I S. 432),

 

4.

die Übertragung eines Betriebsgrundstückes zur Vermeidung einer drohenden Enteignung (BFH-Urteil vom 24.6.1992 – BStBl II S. 986) und

 

5.

die Umsätze von Grundstücken und von Gebäuden nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz.

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