Reisekosten nach HGB und EStG / 2.2 Kongresse, Tagungen
 

Rz. 8

Für Aufwendungen bei der Teilnahme an Fachtagungen und -kongressen gelten nach Beschluss des Großen Senats die unter Rz. 4-7 beschriebenen Grundsätze. Aufwendungen können nur berücksichtigt werden, wenn sie durch die Einkunftserzielung veranlasst sind. Bei gemischt veranlassten Aufwendungen besteht kein generelles Aufteilungs- und Abzugsverbot.

Für Beispiele aus der früheren Rechtsprechung wird auf die Ausführungen der Vorauflage verwiesen. Aufgrund der Rechtsprechungsänderung sind für die Ermittlung von Betriebsausgaben/Werbungskosten die Grundsätze der Finanzverwaltung zu beachten.

 

Rz. 9

Der Betriebsausgabenabzug der Reisekosten setzt weiter den Nachweis der Teilnahme an der Veranstaltung voraus. Dieser Nachweis muss sich auf jede Einzelveranstaltung beziehen, braucht jedoch nicht in jedem Fall durch ein Anwesenheitstestat geführt zu werden; möglich ist auch ein Nachweis durch die Vorlage von Aufzeichnungen, Arbeitsmaterialien und Ähnlichem. Der Teilnahmenachweis, etwa in Form der vom Tagungsbüro abgestempelten Teilnehmerkarte, muss nicht vorgelegt werden; er kann ohnehin in Zweifel gezogen werden, denn er belegt nicht die tatsächliche Teilnahme, sondern nur das tägliche Aufsuchen des Tagungsbüros. Unschädlich für den Betriebsausgabenabzug ist der Verzicht auf den Besuch einzelner Vortragsveranstaltungen; der BFH akzeptiert insoweit die "Begrenztheit der geistigen Aufnahmefähigkeit des Menschen". Diese Grundsätze gewinnen insbesondere dann an Bedeutung, wenn bei einer gemischt veranlassten Reise der berufliche Zeitanteil dargelegt werden muss. Insoweit trifft den Steuerpflichtigen die Nachweislast.

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