Firmen-Pkw, Privatnutzung von Elektrofahrzeugen

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Private Nutzung
  • Ermäßigung bei Elektrofahrzeugen
  • Unterschiedliche Bemessungsgrundlagen
  • Bemessungsgrundlage USt
  • Überlassung an Arbeitnehmer

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontenbezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV-Position
Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung) 8921 4645   sonstige betriebliche Erträge
Unentgeltliche Wertabgaben 1880 2130   Privat (Eigenkapital)

So kontieren Sie richtig!

Bei Firmenwagen mit Verbrennungsmotor ist sowohl bei der Einkommensteuer als auch bei der Umsatzsteuer von einem einheitlichen Bruttolistenpreis auszugehen. Bei Elektrofahrzeugen oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen weichen die Bemessungsgrundlagen voneinander ab. Werden die tatsächlichen Kosten zugrunde gelegt, sind die Kosten, die auf das Batteriesystem entfallen, ertragsteuerlich nicht zu erfassen, wohl aber bei der Umsatzsteuer. Für Fahrzeuge, die ab 2019 angeschafft werden, werden die Abschreibung bzw. die entsprechenden Aufwendungen halbiert oder nur mit einem Viertel angesetzt. Diese Reduzierung erfolgt nur ertragsteuerlich, nicht aber bei der Umsatzsteuer. Die Beträge mit Umsatzsteuer, die als Nutzungsentnahme zu erfassen sind, bucht der Unternehmer auf das Konto "Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung)" 8921 (SKR 03) bzw. 4645 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Unentgeltliche Wertabgaben

an Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung)

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: 1-%-Regelung bei einem Elektrofahrzeug mit Bruttolistenpreis bis 40.000 EUR – Anschaffungen ab 1.1.2019

Ein Unternehmer erwirbt im Jahr 2019 ein Elektrofahrzeug mit einem Bruttolistenpreis von 38.000 EUR. Die betriebliche Nutzung beträgt 65 %. Für die private Nutzung wird bei der 1-%-Regelung der Bruttolistenpreis nur mit einem Viertel (= 9.500 EUR) angesetzt. Die Nutzungsentnahme nach der 1-%-Regelung beträgt somit 95 EUR pro Monat.

 
Positionen Gewinnerhöhung Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer
Geminderter Bruttolistenpreis = 38.000 EUR : 4 = 9.500 EUR × 1 % = 95 EUR  
Nicht geminderter Bruttolistenpreis = 38.000 EUR × 1 % = 380 EUR; davon 80 % =   304 EUR
Umsatzsteuer (davon entfallen auf die Gewinnerhöhung von 95 EUR = 18,05)   57,76 EUR
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1880/2130 Unentgeltliche Wertabgaben 113,05 8921/4645 Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung) 95,00
      1776/3806 Umsatzsteuer 19 % 18,05
1880/2130 Unentgeltliche Wertabgaben 39,71 1776/3806 Umsatzsteuer 19 % 39,71

3 Privatnutzung des Unternehmers von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen: Anwendung der 1-%-Regelung

Schafft der Unternehmer ein Elektrofahrzeug oder ein extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Firmenwagen an, zahlt er einen deutlich höheren Preis als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Der Unternehmer schreibt die tatsächlichen Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ab (i. d. R. über 6 Jahre). Für die Ermittlung der Kosten, die auf die private Nutzung, auf die Fahrten zum Betrieb bzw. zur ersten Betriebsstätte und auf Familienheimfahrten entfallen, wurde eine Sonderregelung für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge geschaffen.

3.1 Übersicht der Regelungen für reine Elektrofahrzeuge: 1-%-Regelung

Die private Nutzung eines Firmenfahrzeugs kann pauschal mithilfe der 1-%-Regelung ermittelt werden, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird. Die Überlassung eines Firmenwagens an Arbeitnehmer ist immer zu 100 % betrieblich. Bemessungsgrundlage ist der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich Sonderausstattung. Bei der privaten Nutzung von Elektrofahrzeugen ist der Bruttolistenpreis nicht in voller Höhe anzusetzen, sondern nur zur Hälfte (= 0,5-%-Regelung) oder mit einem Viertel (= 0,25-%-Regelung). Welche Regelung angewendet werden kann, hängt vom Zeitpunkt der Anschaffung ab.

 
Anschaffung von Elektrofahrzeugen nach dem 31.12 2018 und vor dem 1.1.2031
Bruttolistenpreis mehr als 40.000 EUR Bruttolistenpreis nicht mehr als 40.000 EUR
Die private Nutzung wird mit 1 % vom halben Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich Sonderausstattung ermittelt (sog. 0,5-%-Regelung). Die private Nutzung wird mit 1 % von einem Viertel des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Sonderausstattung ermittelt (sog. 0,25-%-Regelung).

3.2 Übersicht der Regelungen für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge: 1-%-Regelung

Bei Anschaffungen nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2031 wird die private Nutzung mit 1 % vom halben Bruttolistenpreis angesetzt (sog. 0,5-%-Regelung), wenn das extern aufladbare Hybridelektrofahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer hat oder (alternativ)

  • die Reichweite bei Anschaffungen vor dem 1.1.2022 unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt,
  • die Reichweite bei Anschaffungen nach dem 31.12.2021 und vor dem 1.1.2025 unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 60 Kilometer beträgt,
  • die Reichweite bei Anschaffungen nach dem 31.12.2024 und vor dem1.1.2031 unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens...

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