Firmen-Pkw, Anschaffung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Anschaffungskosten
  • Zuordnung zum Betriebsvermögen
  • Leasing

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Pkw

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  0320
IKR  
0841 SKR 04
Kostenart 0520
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Abschreibungen auf Kfz

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  4832
IKR  
6544 SKR 04
Kostenart 6222
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Wie Sie die Anschaffung eines Pkw behandeln, hängt davon ab, ob er zum Betriebsvermögen gehört. Bei einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50 % gehört er zum notwendigen Betriebsvermögen. Liegt die betriebliche Nutzung zwischen 10 und 50 %, kann er als gewillkürtes Betriebsvermögen behandelt werden. Die Anschaffungskosten des Pkw einschließlich aller Sonderausstattungen buchen Sie auf das Konto "Pkw" 0320 (SKR 03) bzw. 0520 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Pkw

an Bank

Die Abschreibung buchen Sie spätestens beim Jahresabschluss auf das Konto "Abschreibungen auf Kfz" 4832 (SKR 03) bzw. 6222 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Abschreibungen auf Kfz

an Pkw

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Firmenwagenkauf ohne Vorsteuerabzugsberechtigung

Herr Huber ist Vermittler von Versicherungen und Kapitalanlagen und führt somit ausschließlich umsatzsteuerfreie Umsätze aus. Am 24.5.01 kauft er sich einen neuen Firmenwagen für 30.000 EUR + 5.700 EUR (= 19 %) Umsatzsteuer. Den Kaufpreis zahlt er von seinem betrieblichen Girokonto. Da Herr Huber ausschließlich steuerfreie Umsätze ausführt und nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, gehört die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten seines Firmen-Pkw.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
0320 Pkw 35.700 an 1200 Bank 35.700

SKR 04

 
0520 Pkw 35.700 an 1800 Bank 35.700
 

Praxis-Beispiel: Firmen-Pkw-Anschaffung mit Vorsteuerabzug

Die Umsätze von Herrn Bauer unterliegen insgesamt der Umsatzsteuer. Er ist daher uneingeschränkt zum Vorsteuerabzug berechtigt. Am 24.5.01 kauft er einen neuen Firmenwagen für 30.000 EUR + 5.700 EUR (= 19 %) Umsatzsteuer.

Den Kaufpreis zahlt er von seinem betrieblichen Girokonto. Herr Bauer darf die Vorsteuer unabhängig vom Umfang der privaten Nutzung zu 100 % geltend machen.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
0320 Pkw 30.000  
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 an 1200 Bank 35.700

SKR 04

 
0520 Pkw 30.000  
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 an 1800 Bank 35.700

Wenn Sie das Firmenfahrzeug ganz oder teilweise mit Kredit finanzieren, muss auch das Darlehen erfasst werden. Die Darlehenszinsen können als Betriebsausgaben abgezogen werden.

 

Praxis-Beispiel: Kauf eines Firmen-Pkws auf Kredit

Herr Kraus ist uneingeschränkt zum Vorsteuerabzug berechtigt. Am 24.5.01 kauft er einen neuen Firmenwagen für 30.000 EUR + 5.700 EUR (= 19 %) Umsatzsteuer. Für den Kauf des Fahrzeugs nimmt Herr Kraus einen Bankkredit in Höhe von 20.000 EUR auf.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
0320 Pkw 30.000 an 1200 Bank 15.700
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 an 0630 Darlehen 20.000

SKR 04

 
0520 Pkw 30.000 an 1800 Bank 15.700
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 an 3150 Darlehen 20.000

Hinsichtlich des Kredits darf Herr Kraus nicht die gesamte Darlehensrate als Betriebsausgabe abziehen, sondern nur den Zinsanteil. Die Tilgung mindert nicht seinen Gewinn. Stattdessen schreibt er die Anschaffungskosten von 30.000 EUR verteilt über die Nutzungsdauer von 6 Jahren ab.

3 Wann Sie einen Pkw als Firmenwagen behandeln müssen bzw. können

Als Firmenfahrzeug bezeichnet man ein Fahrzeug, das zum Anlagevermögen Ihres Betriebs bzw. Ihrer Praxis gehört. Die nachfolgende Übersicht zeigt, wann das Fahrzeug dem Anlagevermögen zugeordnet werden muss bzw. freiwillig zugeordnet werden kann.

 
Umfang der betrieblichen Nutzung in % Umfang der privaten Nutzung in % Zuordnung
mehr als 50 % weniger als 50 % Pkw gehört zum notwendigen Betriebsvermögen
zwischen 10 % bis 50 % weniger als 90 %

Wahlrecht zwischen:

  • Privatvermögen
  • (gewillkürtem) Betriebsvermögen
weniger als 10 % mehr als 90 % Pkw gehört zum notwendigen Privatvermögen

Nach dem BFH-Urteil vom 2.10.2003,[1] kann auch dann gewillkürtes Betriebsvermögen gebildet werden, wenn der Gewinn mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt wird.

4 Anschaffung eines Leasingfahrzeugs

Gemietete oder geleaste Fahrzeuge sind den gekauften Fahrzeugen gleichzustellen, wenn die betriebliche Nutzung mehr als 50 % beträgt. Bei einer geringeren Nutzung scheidet eine Zuordnung zum Betriebsvermögen aus. Die Kosten, die auf die betriebliche Nutzung entfallen, können jedoch als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Wenn Sie ein Firmenfahrzeug leasen, ziehen Sie die einzelnen Leasingraten im Zeitpunkt der Zahlung als Betriebsausgaben ab. Bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung gilt das auch für die Leasing-Sonderzahlung.[1] Nur wenn Sie bilanzieren, müssen Sie die Leasing-Sonderzahlung auf die Laufzeit des Leasingvertrags verteilen.

 

Praxis-Beispiel: Kfz-Leasing, Sonderzahlung bei Einnahmen-Überschussrechner

Herr Krüger ermittelt seinen Gewinn mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Am 24.5.01 least er einen neuen Firmenwagen, dessen Anschaffungskosten netto ohne Umsatzsteuer 30.000 EUR betragen haben. Die Leasing-Sonderzahlung (erste Leasing-Rate) beträgt 6.000 EUR zuzüglich 1.140 EUR (= 19 %) Umsatz...

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