Energiemanagement in Anlehn... / 1 Gründe für die Einführung eines Energiemanagementsystems

Förderung erneuerbarer Energien

In den vergangenen Jahren sind die Energiepreise in Deutschland stark gestiegen. Ein wesentlicher Grund liegt – insbesondere beim Strompreis – in der zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendigen Förderung der erneuerbaren Energien (s. Abb. 1).

Abb. 1: Gründe für die Einführung eines EMS

Problematisch ist dies insbesondere für Unternehmen, deren Verarbeitungskosten einen verhältnismäßig hohen Anteil an Energiekosten beinhalten. Dazu gehören z. B. Betriebe aus der Aluminium-, Stahl-, Papier-, Glas- oder chemischen Industrie.

Hohe Energiepreise gefährden Wettbewerbsfähigkeit

Stehen solche Unternehmen zudem im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten, so führen vergleichsweise hohe Energiepreise zwangsläufig zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit, die sich praktisch nicht kompensieren lässt. Aus diesem Grund ist es von essentieller Bedeutung für den Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die damit verbundenen Arbeitsplätze, dass trotz Energiewende eine sowohl bezahlbare als auch sichere Energieversorgung zur Verfügung steht.

Selbstverständlich muss auch die Industrie ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten, indem sie entsprechende Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz unternimmt. Insbesondere dort, wo in komplexen Industrieunternehmen verfahrenstechnische Gründe einen hohen Energieeinsatz erforderlich machen, sind grundsätzlich auch nennenswerte Potenziale zur Energieeinsparung vorhanden.

Einsparpotenziale nutzen

Um die Motivation zur Hebung dieser Potenziale zu erhöhen, hat die Bundesregierung Regularien geschaffen, durch die konkurrenzfähige Energiepreise sichergestellt, aber dabei gleichzeitig entsprechende Gegenleistungen des produzierenden Gewerbes eingefordert werden.

Diese beiden rechtlichen Aspekte, die von besonders großer Bedeutung sind, werden im Folgenden kurz erläutert.

1.1 Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG

EEG erfordert Einführung von Energiemanagementsystemen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland auszubauen. Die Netzbetreiber sind in diesem Zusammenhang gesetzlich dazu verpflichtet, den aus regenerativen Energiequellen erzeugten Strom vorrangig in ihre Netze einzuspeisen; sie garantieren den Erzeugern einen festen Vergütungssatz, der je nach Erzeugungsart variiert. Die Vergütungsverpflichtung beläuft sich auf 20 Jahre ab Inbetriebnahme der jeweiligen Anlage. Der erzeugte Strom wird an der Börse verkauft, doch fallen die hierfür erzielten Einnahmen insgesamt niedriger aus als die an die Anlagenbetreiber zu entrichtenden Vergütungsbeträge.

In Höhe dieser Differenz entstehen also Mehrausgaben, die nicht über die Vermarktung an der Börse gedeckt werden können und folglich in Form einer EEG-Umlage auf die Stromendverbraucher verteilt werden. Die Höhe der EEG-Umlage wird jedes Jahr neu ermittelt. Sie beträgt 2014 6,24 ct/kWh.

Benötigt ein produzierendes Unternehmen für die Herstellung seiner Erzeugnisse sehr große Strommengen und erreichen die Stromkosten des Unternehmens unter Berücksichtigung der Mehrbelastung durch die EEG-Umlage ein besonders hohes Niveau, so kann dies wie bereits erwähnt zu einer erheblichen Beeinträchtigung seiner Wettbewerbsfähigkeit führen. Um solchen negativen Auswirkungen aufgrund der EEG-Mehrbelastung entgegenzusteuern, gibt es für besonders stromintensive Unternehmen eine gesetzlich bestimmte Entlastungsmöglichkeit, deren Inanspruchnahme an strenge Voraussetzungen gebunden ist.

Diese Ausnahmeregelung, üblicherweise als "Begrenzung bzw. Befreiung von der EEG-Umlage" bezeichnet, ist an Bedingungen geknüpft, die das befreite Unternehmen nachzuweisen hat. Dazu gehören u. a.

  1. ein Stromverbrauch > 1GWh/a
  2. der Nachweis der Energieintensivität, definiert durch einen Anteil > 14 % der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung des Unternehmens
  3. der Nachweis eines anerkannten Energiemanagementsystems (z. B. ISO 50001, EMAS bei Verbrauch > 10GWh/a)

Das Unternehmen hat in diesem Zusammenhang durchzuführen:

  • eine Erfassung und Analyse aller eingesetzten Energieträger,
  • eine Erfassung und Analyse aller Energie verbrauchenden Anlagen und Geräte sowie
  • eine Bewertung möglicher Einsparpotenziale.

Im Rahmen der Zertifizierung von Energiemanagementsystemen wird sich das jeweilige Unternehmen darüber hinaus die Frage stellen lassen müssen, welche der ermittelten Einsparpotenziale tatsächlich umgesetzt und welche Einsparungen erzielt wurden.

1.2 § 19 Stromsteuergesetz

Stromsteuergesetz verlangt Energiemanagementsysteme

Die Bundesregierung hatte im Herbst 2010 in ihrem Energiekonzept vereinbart, die im Rahmen der ökologischen Steuerreform im Jahr 1999 eingeführten Steuerentlastungen für Unternehmen des produzierenden Gewerbes bei der Strom- und Energiesteuer über den 31. Dezember 2012 hinaus zu verlängern. In diesem Zusammenhang wurde am 11. Dezember 2012 das Gesetz zur Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes verkündet. Das Gesetz ist die Grundlage für die Weiterführung des sogenannten Spitzenausgleichs gemäß § 55 Energies...

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