Disagio / 2.1.3 Planmäßige Abschreibung

Ein aktiviertes Disagio muss zwangsläufig planmäßig abgeschrieben werden. Die Abschreibungen "können" auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden. Auch hinsichtlich der Verteilung besteht also ein Wahlrecht. Es darf daher handelsrechtlich ein gegenüber der Laufzeit der Verbindlichkeit kürzerer Abschreibungszeitraum gewählt werden, z. B. bis zum Zeitpunkt der ersten Kündigungsmöglichkeit. Die maximale Abschreibungsdauer des Unterschiedsbetrags wird hingegen durch die Laufzeit des Darlehens bestimmt. Wurde das Darlehen ohne feste Laufzeit vereinbart, sollte zur Einhaltung des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips die Abschreibungsdauer auf den Zeitpunkt der ersten Kündigungsmöglichkeit des Kredits festgelegt werden.

Planmäßige Abschreibung bedeutet, dass zu Beginn der Abschreibung des Disagios ein Abschreibungsplan aufgestellt und grundsätzlich eingehalten werden muss. Nachträgliche Änderungen dieses Plans verletzen den Grundsatz der Bewertungsstetigkeit und dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen vorgenommen werden.

Der Buchungssatz für die planmäßige Abschreibung lautet:

Zinsen und ähnliche Aufwendungen an Disagio/Damnum.

Für die Dauer des Bestehens des Postens "Disagio/Damnum" ist jährlich mindestens eine Abschreibung in der Höhe vorzunehmen, die sich bei einer Verteilung entsprechend der Kapitalinanspruchnahme ergibt. Tilgungsmaßstab ist das Verhältnis der auf die einzelnen Jahre entfallenden Zinsen zu den Gesamtzinsen.

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