Bauabzugsteuer korrekt einb... / 9 Wie die Bemessungsgrundlage für den Steuerabzug zu ermitteln ist

Bemessungsgrundlage für die Bauabzugsteuer ist die Gegenleistung, die der Auftraggeber zu erbringen hat. Darunter ist das Entgelt zuzüglich Umsatzsteuer zu verstehen. Die Umsatzsteuer ist auch dann einzubeziehen, wenn der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet.

Maßgebend ist letztendlich, welche Gegenleistung tatsächlich erbracht wird. Zu beurteilen ist dies i. d. R. im Zeitpunkt der Zahlung. Wenn Abschlags- und Vorauszahlungen geleistet werden, muss auch davon die Bauabzugsteuer einbehalten werden. Vorausgesetzt, es ist absehbar, dass bezogen auf die Gesamtleistung die Bagatellgrenze überschritten wird.

Bei Geschäften zwischen Unternehmern ist gem. § 3a Abs. 2 UStG der Leistungsort grundsätzlich da, wo der Leistungsempfänger seinen Sitz bzw. seine Betriebsstätte hat. Bei Grundstückleistungen befindet sich der Leistungsort dort, wo sich das Grundstück befindet. Beauftragt jemand ein ausländisches Unternehmen mit Bauleistungen, befindet sich der Leistungsort immer in Deutschland. Als Leistungsempfänger ist er dann verpflichtet, im Rahmen des Reverse-Charge-Verfahrens die Umsatzsteuer zu zahlen. Bei der Berechnung der Bauabzugsteuer muss er dann die Umsatzsteuer, die er selbst schuldet, hinzurechnen.

 

Praxis-Beispiel

Bemessungsgrundlage für die Bauabzugsteuer

Ein Unternehmer aus Freilassing (Deutschland) beauftragt einen österreichischen Bauunternehmer, dort eine Lagerhalle zu errichten. Für diese Leistung ist ein Entgelt von 90.000 EUR (ohne Umsatzsteuer) vereinbart worden. Eine Freistellungsbescheinigung des deutschen Finanzamts hat der österreichische Unternehmer nicht vorgelegt.

Lösung: Der deutsche Unternehmer schuldet als Leistungsempfänger die deutsche Umsatzsteuer in Höhe von (90.000 EUR × 19 % =) 17.100 EUR. Bemessungsgrundlage für die Bauabzugsteuer ist der Betrag von (90.000 EUR + 17.100 EUR =) 107.100 EUR. Die Bauabzugsteuer beträgt somit (107.100 EUR × 15 % =) 16.065 EUR.

Der deutsche Unternehmer schuldet also folgende Beträge:

 
Umsatzsteuer als Leistungsempfänger 17.100 EUR
Vorsteuerabzug – 17.100 EUR
Bauabzugsteuer an das Finanzamt München II 16.065 EUR
   
Er zahlt an den österreichischen Unternehmer 73.935 EUR
 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
0120 Geschäfts-, Fabrik- und andere Bauten im Bau 90.000      
1577 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 17.100 1624 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 90.000
      1787 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 17.100
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
0290 Geschäfts-, Fabrik- und andere Bauten im Bau 90.000      
1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 17.100 3334 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 90.000
      3837 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 17.100

Buchung: Zeitpunkt der Zahlung

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1624 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 90.000 1749 Verbindlichkeiten an das Finanzamt aus abzuführendem Bauabzugsbetrag 16.065
      1200 Bank 73.935
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
3334 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 90.000 3726 Verbindlichkeiten an das Finanzamt aus abzuführendem Bauabzugsbetrag 16.065
      1800 Bank 73.935

Buchung: Anmeldung und Zahlung der Bauabzugsteuer

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1749 Verbindlichkeiten an das Finanzamt aus abzuführendem Bauabzugsbetrag 16.065 1200 Bank 16.065
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
3726 Verbindlichkeiten an das Finanzamt aus abzuführendem Bauabzugsbetrag 16.065 1800 Bank 16.065

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