17.11.2015 | Aus der Praxis – für die Praxis

Firmen-Pkw: Zahlungen durch den Arbeitnehmer

Nutzungsentgelte die der Arbeitnehmer zahlt, werden lohnsteuerlich auf den privaten Nutzungswert angerechnet.
Bild: Haufe Online Redaktion

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen, ist der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung als Arbeitslohn zu erfassen. Kosten, die der Arbeitnehmer trägt, mindern dann den geldwerten Vorteil, wenn es sich um ein Nutzungsentgelt handelt und nicht um die Übernahme einzelner Kosten. Es kommt also auf die zutreffende Abgrenzung an. Wie Sie richtig rechnen und buchen greifen wir heute auf.

Firmen-Pkw, Zahlungen durch den Arbeitnehmer

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen, legt er i. d. R. die Bedingungen für die Nutzung fest. Darf der Arbeitnehmer den Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, dann ist dieser geldwerte Vorteil als Arbeitslohn zu erfassen. Kosten, die der Arbeitnehmer übernimmt, mindern den geldwerten Vorteil nur dann, wenn es sich um ein Nutzungsentgelt handelt und nicht um die Übernahme einzelner Kosten, wie z. B. Benzinkosten. Da der Arbeitgeber die Kosten nicht erstattet, entsteht bei ihm kein Aufwand.

Nutzungsentgelte, die der Arbeitnehmer zahlt, werden lohnsteuerlich auf den privaten Nutzungswert angerechnet (vgl. BMF-Schreiben vom 6.2.2009, IV C 5-S 2334/08/10003 und R 8.1. Abs. 9 LStR). Dabei wird die Umsatzsteuer heraus gerechnet und auf das Konto Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19% USt“ gebucht.

Beispiel:

Ein Unternehmer stellt seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen zur Verfügung, den dieser auch für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen darf. Für jeden privat gefahrenen Kilometer zahlt der Arbeitnehmer 0,20 EUR an seinen Arbeitgeber. Im Monat Juli zahlt der Arbeitnehmer insgesamt 160 EUR an seinen Arbeitgeber (= Entgelt für die private Nutzung).

Der Bruttolistenpreis des Firmenwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung beträgt 34.800 EUR. Der Arbeitnehmer nutzt das Fahrzeug auch für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte, die 8 km von seiner Wohnung entfernt liegt.

Der Unternehmer hat das Fahrzeug mit 100 %igem Vorsteuerabzug erfasst und alle Aufwendungen einschließlich der Abschreibung als Betriebsausgaben gebucht.

Da der Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch führt, ermittelt der Unternehmer den geldwerten Vorteil wie folgt pauschal:

 

Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung

34.800,00 EUR

Privatnutzung pro Monat 1 % von 34.800 EUR =

348,00 EUR

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pro

 

Monat 34.800 EUR × 0,03 % = 10,44 EUR × 8 km =

83,52 EUR

als Sachbezug sind zu erfassen

431,52 EUR

Zahlungen durch den Arbeitnehmer mindern den Sachbezug

160,00 EUR

geldwerter Vorteil = Arbeitslohn

271,52 EUR

Umsatzsteuer ist herauszurechnen mit 19/119

43,35 EUR

Nettobetrag = Bemessungsgrundlage

228,17 EUR

 

Buchungsvorschlag: Sachbezug Kfz-Nutzung

SKR 03 / SKR 04

4152/6072

Sachzuwendungen und Dienstleistungen an Arbeitnehmer

271,52

8611/4947

Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt

271,52

Hinweis:

Bei dem Nutzungsentgelt von 160 EUR, das der Arbeitnehmer zahlt, handelt es sich um ein umsatzsteuerpflichtiges Entgelt, das gesondert zu buchen ist. Die Zahlung kann durch Gehaltsverrechnung oder Überweisung auf das Konto des Unternehmers erfolgen.

 

Der Unternehmer erfasst diese Zahlung bzw. Gehaltsverrechnung als Erlös und bucht wie folgt:

 

Buchungsvorschlag: Nutzungsentgelt, Verrechnung mit dem Gehalt

SKR 03 / SKR 04

1740/3720

Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehalt

160

2705/4835

 

Sonstige betriebliche Erträge

134,45

 

 

 

1776//3806

Umsatzsteuer 19%

25,55

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Schlagworte zum Thema:  Arbeitslohn, Geschäftswagen

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