Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / III. Rechtsstatus der endorsten IFRS
 

Tz. 57

Stand: EL 36 – ET:10/2018

Die übernommenen Rechnungslegungsstandards werden als Kommissionsverordnungen verabschiedet und erhalten auf diese Weise den Status von sekundärem Gemeinschaftsrecht (vgl. Schön, BB 2004, S. 766). Im Gegensatz zu Richtlinien müssen Verordnungen nicht in nationales Recht umgesetzt werden, sondern sind "in allen ihren Teilen verbindlich" und gelten "unmittelbar in jedem Mitgliedstaat" (Art. 288 AEUV). Durch diese unmittelbare Rechtswirkung der Kommissionsverordnungen werden Abweichungen und zeitliche Umsetzungsverzögerungen bei den Mitgliedstaaten vermieden und europaweit einheitliche Rechnungslegungsstandards geschaffen.

 

Tz. 58

Stand: EL 36 – ET:10/2018

Bei konfligierenden, den IFRS zuwiderlaufenden oder einschränkenden nationalen Regelungen gebührt dem Gemeinschaftsrecht Vorrang (vgl. ausführlich zum Vorrang von Gemeinschaftsrecht vor nationalen Recht: Nettesheim, in: Grabitz/Hilf (Hrsg.), EGV Art. 249, Tz. 37ff., 31. Aufl., 2007; Hauck/Prinz, Der Konzern 2005, S. 635ff.). Dies bedeutet, dass Regelungen des nationalen Gesetzgebers ein Unternehmen weder von der vollumfänglichen Anwendung der von der EU übernommenen IFRS noch von der Inanspruchnahme ihrer Wahlrechte ganz oder teilweise ausschließen können (vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2003, Kommentare zu bestimmten Artikeln der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002, Abschn. 3.1). Zum Beispiel der Darstellungswährung vgl. Tz. 32.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Baetge, Rechnungslegung nach IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Baetge, Rechnungslegung nach IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge