Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / d. Zusätzliche handelsrechtliche Vorschriften
 

Tz. 27

Stand: EL 36 – ET:10/2018

Unternehmen, die nach § 315e HGB ihren Konzernabschluss nach den IFRS aufstellen, haben zusätzlich zu den von der Europäischen Union übernommenen IFRS bestimmte Vorschriften des HGB anzuwenden, die überwiegend kein Pendant in den IFRS haben. Nur insoweit ist § 315e Abs. 1 HGB konstitutiv (vgl. Tz. 4). Nach der abschließenden Aufzählung des § 315e Abs. 1 HGB sind ergänzend folgende handelsrechtliche Vorschriften zu beachten:

 

Tz. 28

Stand: EL 36 – ET:10/2018

Im Folgenden sollen insbesondere solche handelsrechtlichen Vorschriften diskutiert werden, die ein Pendant in den IFRS haben und bei denen es deshalb zu inhaltlichen Überschneidungen mit den Angabepflichten nach IFRS kommen kann. Die Herausforderung für die Bilanzierenden besteht darin, die Anforderungen beider Normensysteme (HGB/DRS und EU-IFRS) zu erfüllen, zugleich aber Redundanzen zu vermeiden sowie gegebenenfalls die Frage nach dem zutreffenden Ausweis von Angaben im Konzernanhang und/oder im Konzernlagebericht zu entscheiden. Prominente Beispiele für solche Vorschriften sind:

 

Tz. 29

Stand: EL 36 – ET:10/2018

Werden Angaben im IFRS-Anhang (notes) gemacht, ist IAS 1.38 zu beachten, der für quantitative Angaben grundsätzlich Vergleichszahlen verlangt, für qualitative Angaben allerdings nur, sofern sie für das Verständnis des Abschlusses der laufenden Berichtsperiode von Bedeutung sind. Diese Pflicht ist auch für die zusätzlichen von § 315e HGB angeordneten handelsrechtlichen Angabepflichten zu beachten, auch wenn § 315e Abs. 1 HGB nicht auf die Anwendung von §§ 298 Abs. 1, 265 Abs. 2 HGB verweist, der Vorjahreszahlen nur für die Bilanz und die GuV, nicht aber für die Angaben im handelsrechtlichen Konzernanhang fordert (vgl. ADS, 6. Aufl., § 265 HGB, Tz. 29). IAS 1.38 unterscheidet nicht zwischen nach IFRS zwingend vorgeschriebenen und sonstigen Angaben, sodass auch für freiwillige Informationen, die in den notes aufgenommen werden, Vergleichszahlen anzugeben sind (vgl. DRS 17.13). Indes hält der HFA des IDW bei nur nach Handelsrecht geforderten Anhangangaben, wie zB den Angaben zur Organvergütung nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a Sätze 5–9 HGB, Vorjahreszahlen für entbehrlich, wenn diese Angaben in einer erkennbar von den nach IFRS zwingend geforderten Anhangangaben getrennten Darstellung gemacht werden (so auch Grottel/Kreher, in: Beck Bil.-Komm., 11. Aufl., § 315e HGB Anm. 10). Hierfür empfiehlt sich uE eine gesonderte Anlage zum Anhang mit der Überschrift "Zusätzliche Angaben nach HGB".

 

Tz. 30

Stand: EL 36 – ET:10/2018

In § 315e Abs. 1 HGB wird auch nicht auf §§ 298 Abs. 1, 240 Abs. 2 Satz 2 HGB verwiesen, die für einen Abschluss einen Berichtszeitraum von maximal zwölf Monaten bestimmen. Dennoch ist nach IFRS ebenso wie nach HGB im Regelfall von einer zwölfmonatigen Berichtsperiode auszugehen (vgl. IAS 1.36f.;

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