20.06.2016 | Online-Literaturforum

Panama Papers

Bild: lucaar/fotolia.de

Am 3. April 2016 gingen Medienhäuser weltweit mit den Recherche-Ergebnissen zu den sogenannten Panama Papers an die Öffentlichkeit. Die Auswertung geleakter Dokumente offenbarte einen gewaltigen Skandal. Alfred Biel präsentiert ein Taschenbuch von zwei an der Enthüllung beteiligter Journalisten.

Bastian Obermayer/Frederik Obermaier: Panama Papers. Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung. 3. Auflage 2016. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 352 Seiten, 16,99 EUR/E-Book 14,99 EUR.

Zu den Autoren: Bastian Obermayer ist stellvertretender Leiter des Ressorts „Investigative Recherche“ der Süddeutschen Zeitung. Im selben Ressort ist Frederik Obermaier als Redakteur tätig. Beide Autoren erhielten für ihre journalistische Arbeit bereits zahlreiche Auszeichnungen. Sie sind Mitglied im International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), mit dem sie gemeinsam die Recherchen zu den Panama Papers koordinierten.

Inhaltsübersicht (Auszug)

Wladimir Putins rätselhafter Freund – Die Lügen der Commerzbank – Syriens Krieg und Mossack Fonsecas Beitrag – Das Weiße Haus im Rücken – Angst und Ängste – Die Siemens-Millionen – Helfer und Komplizen – Die Ausbeutungsmaschine – In der Gewalt der Monster – Deutschland, deine Banken – Die 99 % und die Zukunft der Steueroasen.

Einordnung und Würdigung  

Die Panama Papers über internationale Steueroasen und Briefkastenfirmen gelten als der größte Daten-Leak, mit dem Journalisten je gearbeitet haben. "Wie wir die versteckten Milliarden von Premierministern, Diktatoren, FIFA-Funktionären, Konzernlenkern und Superreichen fanden – und die geheimen Gelder von Putins innerstem Zirkel", so umschreiben die Autoren ihre Geschichte einer weltweiten, außerordentlich bedeutungsvollen Enthüllung.

Die Leser werden auf spannende Weise mitgenommen in den dramatischen Prozess von Aufdeckung und Aufklärung. Das Buch liest sich streckenweise wie ein Kriminalroman. Es dokumentiert ein bedeutendes und zugleich dunkles Kapitel aktueller Zeitgeschichte und gibt Einblick in tiefe Verstrickungen bestimmter Kreise von Wirtschaft und Politik.

Recht anschaulich und greifbar schildern die Autoren ihre Arbeit als investigative Journalisten. Sie machen den schmalen Grat deutlich, auf dem sie sich bewegen – und erzählen von ihren Problemen und Ängsten. Die Panama-Papers-Recherchen, an denen rund 400 Journalisten aus mehr als 80 Ländern beteiligt waren, gelten schon jetzt als journalistische Meisterleistung. Sie hinterlassen eine Menge gesellschaftlicher, politischer und finanzwirtschaftlicher Fragen – auch für Deutschland.

Der Band schaffte es u. a. in die Spiegel-Bestsellerliste. Gemäß Buchreport z. B. Rang 2 am 16.4.2016 in der Kategorie Paperback Sachbuch.

Eine Leseprobe stand zum Zeitpunkt der Besprechung nicht zur Verfügung.

Quellenhinweis: Diese Besprechung ist die modifizierte Fassung einer Rezension von Alfred Biel im Juni-Newsletter des Deutschen Fachjournalisten Verbandes DFJV – mit freundlicher Genehmigung dieses Verbandes.

Schlagworte zum Thema:  Steuerhinterziehung, Steueroase, Schwarzgeld

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