Was Controller wirklich von Power BI haben
Power BI ist Microsofts Plattform für interaktive Datenvisualisierung und Business Intelligence und hat sich in vielen Unternehmen zum Standard-Tool für die Erstellung von Dashboards, Berichten und Self-Service-Analysen entwickelt. Für Controller bietet es die Möglichkeit, Kennzahlen übersichtlich darzustellen, Analysen zu automatisieren und regelmäßig aktualisierte Reports bereitzustellen – ganz ohne aufwändige PowerPoint-Folien oder Excel-Dateien.
Typische Anwendungsfelder sind KPI-Dashboards, Plan-Ist-Vergleiche, Abweichungsanalysen, Drill-down-Berichte für Führungskräfte oder automatisierte Monatsberichte, die direkt aus ERP-Daten gespeist werden. Daten lassen sich dabei aus unterschiedlichsten Quellen einbinden, von Excel über SQL bis hin zu SAP oder Web-APIs. Mit Power Query stehen zudem leistungsfähige Datenaufbereitungsfunktionen direkt im Tool zur Verfügung.
Vorteile von Power BI bei der Datenanalyse
Die besonderen Stärken von Power BI liegen in seinen Visualisierungsmöglichkeiten und der nahtlosen Integration in das Microsoft-Ökosystem. Berichte lassen sich dynamisch filtern, durchsuchen und auf mobilen Geräten darstellen. Durch die Anbindung an SharePoint, Teams oder Power Automate lassen sich zudem Workflows automatisieren und Informationen gezielt verteilen, bis hin beispielsweise zur täglichen Kennzahlen-E-Mail an den CFO.
Ein weiterer Vorteil: Power BI senkt die Hürde für datengetriebenes Arbeiten. Controller können mit einer grafischen Benutzeroberfläche arbeiten, benötigen keine Programmierkenntnisse, und können trotzdem leistungsfähige Auswertungen erstellen inklusive DAX-Formeln für komplexe Berechnungen. Und mit Power BI Desktop, Power BI Service (Cloud) und Power BI Report Builder stehen Tools für vielfältige Einsatzszenarien bereit.
Schwächen von Power BI bei der Datenanalyse
Allerdings ist Power BI kein vollständiges Data-Science-Tool. Für anspruchsvolle Analysen wie Forecasting oder Clustering wird meist auf vorberechnete Ergebnisse aus Python, R oder Azure Machine Learning zurückgegriffen – die sich jedoch problemlos in Power BI integrieren lassen. Ebenso gilt: Für sehr komplexe Datenmodelle oder Echtzeit-Anforderungen stößt das Tool an seine Grenzen.
Power BI eignet sich hervorragend für Controller, die ihre Reports effizienter gestalten und interaktiver bereitstellen möchten. Es unterstützt sowohl den Wechsel vom klassischen Excel-Reporting zur automatisierten Lösung als auch die Zusammenarbeit mit BI-Teams und Data Scientisten. Für viele Unternehmen ist es das Frontend datengetriebener Entscheidungen.
Fazit: Power BI ist kein Analysewerkzeug im engeren Sinne, aber ein unverzichtbares Visualisierungs- und Reporting-Tool, das Controlling-Daten lebendig, verständlich und aktuell präsentiert.
Hinweis
Der Text ist ein Auszug aus dem Buch „ Künstliche Intelligenz und Data Science im Controlling verstehen und anwenden" von Florian Bliefert, erschienen 2026 bei VCW.