18.06.2014 | Serie Congress der Controller 2014

Innovationsmanagement – ganz praktisch

Serienelemente
Bild: Stefan Rumersdorfer

Auch in ganz klassischen Produktionsunternehmen ist Innovation die Existenzgrundlage. Volkmar Halbe, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bodenherstellers Parador, zeigte auf dem Congress der Controller, wie Innovation in die DNA eines Unternehmens eingepflanzt werden kann.

Vorwärts, aber gezielt – oder warum der Weg nicht das Ziel ist
Zum Einstieg präsentierte Volkmar Halbe 10 Thesen, die die Strukturen und Herausforderungen von Innovation charakterisieren, z. B.:

  • Wandel und Innovation brauchen Chaos und Zufall genauso wie Planen und gesteuertes Tun.
  • Alles, was heute existiert, wird sich verändern – und wir ahnen noch nicht einmal, auf welche Weise. → Auch wir werden ersetzt!
  • Megatrends können uns schaden oder nützen – doch sind sie sicher da!
  • Auch die Abfolge kleiner Schritte führt weiter.
  • Probleme können niemals mit derselben Denkweise gelöst werden, mit der sie entstanden sind (nach Einstein).
  • Innovationsleistung und Wettbewerbsposition bleiben Schlüsselgrößen für Unternehmenserfolg (nach Malik).

Tipps aus der Praxis
In der Praxis hat sich bei Parador gezieltes Vorgehen im Innovationsprozess bewährt. Der erfahrene Innovationsnanager gibt für den Prozess folgende Tipps:

Überschreiten Sie Systemgrenzen. Kombinieren Sie neuartiges Wissen und verschiedene Disziplinen in ungewöhnlicher Weise

Es gibt kein „Das geht nicht!“

„Losspinnen“ ist erlaubt und erwünscht.

Unorthodoxes Denken ist für (langfristige) Innovationen die beste Basis, z. B.:

  • Muss Boden ein physisches Produkt bleiben oder kann Boden zur Dienstleistung oder zum Prozess werden?
  • Muss Bodenmaterial statisch bleiben oder kann es sich verändern?
  • Kann Boden andere oder zusätzliche Funktionen im Raum übernehmen oder zusätzlichen Nutzen generieren, z. B. Energie erzeugen, Emotionen hervorrufen, Menschen therapieren?

Es gibt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für Innovationsfelder:

  • Das Produkt selbst: Qualität, Funktionalität, Zusatznutzen etc.
  • Die Zielgruppe: Wer kann den Produktnutzen noch gebrauchen?
  • Marken und Markenpolitik
  • Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit: Energieverbrauch, Schadstoffbelastung – während der Herstellung und während der Nutzung
  • Material und Werkstoffe: „Kann“ ein Boden aus neuem Material mehr als bisher?
  • Design
  • Technologie: Gilt für das fertige Produkt, seine Herstellung und Anwendung
  • Vertrieb und Vertriebswege

In seiner Zusammenfassung gab Volkmar Halbe den Zuhörerinnen und Zuhörern folgende Botschaft mit auf den Weg: Innovation

  • ohne Strategiebezug ist nur Zufall.
  • ist mehr als nur Produktentwicklung.
  • ist ohne Kreativität nicht möglich.
  • und Effizienz sind kein Widerspruch.
  • muss von allen Mitarbeitern getragen werden.
  • bedeutet und sichert Zukunft.
  • gelingt besser, wenn sie von ganzheitlichem Innovationscontrolling begleitet wird.

Das bedeutet für das Controlling und den Controller:

  • Entwicklung von der Funktion in den Prozess
  • Aufwerten der Position
  • frühzeitiges und besseres Einbinden

Schlagworte zum Thema:  Innovation, Internationaler Controller Verein

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