Beim neuen Deutschen Siegel Unternehmensgesundheit steht die Perspektive der Beschäftigten auf die Gesundheitsheitsförderung im Vordergrund. Bild: Corbis

Es gibt viele verschiedene Präventionsmaßnahmen, die in Unternehmen eingesetzt werden. Trotzdem steigt die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen. Da stellt sich die Frage: Welche Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung sind wirksam?

Dieser Frage ist ein Forscherteam der Technischen Universität Chemnitz nachgegangen. Innerhalb von zwei Jahren wurde so das „Deutsche Siegel Unternehmensgesundheit“ entwickelt, Mit Hilfe dieses Bewertungsverfahrens können Unternehmen feststellen, wie wirksam die Maßnahmen ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sind.

Die Qualität des BGM lässt sich wissenschaftlich fundiert beurteilen

Unternehmen, die das eigenverantwortliche gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Beschäftigen erfolgreich fördern wollen, müssen wissen, ob und wie das BGM mit seinen Angeboten bei den Mitarbeitern ankommt. Mit dem neuen Bewertungsinstrument lässt sich die Qualität des BGM beurteilen und vergleichen. Dafür werden die Angebote und die Struktur der betrieblichen Gesundheitsförderung ermittelt, die Mitarbeiter befragt sowie die objektiven Kennzahlen zu Fluktuation, Krankenstand und AU-Tagen im Unternehmen erfasst.

Erstmals steht die Perspektive der Beschäftigten im Mittelpunkt

Neu an dem Konzept des „Deutschen Siegel Unternehmensgesundheit“ ist, dass die Perspektive der Beschäftigten im Mittelpunkt steht. Zudem geht das Zertifizierungsverfahren über die Verhaltensprävention hinaus und überprüft u. a., ob die Führungskräfte gesundheitsbewusst führen.

Ist die Führungskraft ein Vorbild und fühle ich mich bei der Arbeit wohl?

In einem Teil des Fragebogens können die Mitarbeiter berichten, in welchem Maße sie selbst auf ihre Gesundheit achten und wie sehr ihre Führungskraft dafür Vorbild ist. Zudem wird erfasst, ob die Arbeitsbedingungen im Unternehmen so sind, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und gesund bleiben können.

Initiator ist auch Vorreiter bei der Zertifizierung

Verantwortlich für die Entwicklung des Siegels sind die Bahn-BKK, die Deutsche Bahn AG sowie der BKK Dachverband. Das neue Verfahren kann von allen 78 im BKK Dachverband organisierten Betriebskrankenkassen in Deutschland genutzt werden. Bereits 20 Unternehmen bzw. Standorte haben eine Zertifizierung beantragt, darunter auch die Deutsche Bahn AG.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Gesundheitsförderung, Prävention, Zertifikat

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