Gesunde Führung beeinflusst den Erfolg eines Unternehmens maßgeblich. Was viele Führungskräfte unterschätzen: Sie sind auch verantwortlich dafür, dass es ihren Mitarbeitern psychisch gut geht.

Vorgesetzte können den psychischen Zustand der Beschäftigten beeinflussen, wenn es u. a. um Termin- und Leistungsdruck, Anforderungen, Überstunden und Arbeitszeiten, Erreichbarkeit sowie soziale Unterstützung geht.

Führungskräfte müssen psychische Belastungen erkennen können

Wer Führungskraft wird, kann nicht per se – gesund und kompetent – führen. Führungskräfte sensibilisieren heißt also in erster Linie, dass sie sich ihrer eigenen Ressourcen und Fähigkeiten bewusst werden.

Dies kann z. B. über Weiterbildungen oder ein Coaching erfolgen. Nur wer weiß, wovon er spricht, wer seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen kennt, kann auch bei anderen erkennen, wenn sie sich gesundheitsschädlich verhalten.

Psychische Gesundheit fördern - Führungskräfte brauchen Handlungspielräume

Die psychische Gesundheit fördern können Führungskräfte nur dann, wenn sie neben Wissen und Können auch den notwendigen Handlungsspielraum haben. Und was für die Führungskraft zutrifft, gilt auch für die Mitarbeiter.

So heißt es im iga.Report 29 "Führungskräfte sensibilisieren und Gesundheit fördern" , dass sich die psychische Gesundheit von Beschäftigten besonders erhalten bzw. verbessern lässt, wenn Handlungsspielräume und Beteiligungsmöglichkeiten bei der Arbeit erweitert werden.

Gesund führen: Tipps der BGW

Mitarbeiter führen will gelernt sein. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt in der Broschüre Gesund und motivierend führen – Wie Führungskräfte ihr Team und sich selbst stärken Tipps, wie Rollenklarheit und Beziehungsqualität zur gesunden Führung beitragen:

Wer den „richtigen Draht“ zu seinen Mitarbeitern hat, wird demnach dafür belohnt. Mitarbeiter, die wissen, was warum zu tun ist, fühlen sich wohler und gesünder. Erhalten sie eine Rückmeldung zu ihrer Leistung und dürfen sie selbst sagen, was ihnen gefällt und was nicht, geben sie selbst auch wertschätzendes Feedback. Von einem offenen und ehrlichen Austausch profitiert deshalb jede Führungskraft.

Mit klaren Anweisungen und Erklärungen sorgen Sie für Entlastung

Mitarbeiter wollen wissen, wer der Chef ist und was sie zu tun haben. Wer als Vorgesetzter klare Anweisungen gibt und bei Bedarf erklärt, warum etwas auf eine bestimmten Weise oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen ist, entlastet damit, auch wenn es einmal stressig ist. Denn Mitarbeiter wollen den Sinn ihrer Tätigkeit verstehen können.

Kommt es zu Veränderungen am Arbeitsplatz, ist es wichtig, die Mitarbeiter frühzeitig darüber zu informieren. Außerdem sollten die Hintergründe erläutert werden, damit für die neue Situation Verständnis entstehen kann.

Gesunde Führung beinhaltet Berücksichtigung individueller Bedürfnisse

In einem Team ist es wichtig, dass Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind. Deshalb ist es meist besser, jedem Einzelnen Anweisungen und Rückmeldungen zu geben. Denn auch in einer Gruppe möchte der Einzelne wahrgenommen und respektiert werden. Dafür bieten sich individuelle Absprachen und Rückmeldungen an.

Zu berücksichtigen sind zudem die beruflichen und privaten Bedürfnisse jeden Mitarbeiters. Das können auf der einen Seite z. B. Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sein oder auf der anderen Seite individuell vereinbarte Arbeitszeiten, um z. B. einen Angehörigen pflegen zu können.