Psychische Erkrankungen sind rasant gestiegen
Bei der DAK verursachten psychisch bedingte Krankschreibungen im Jahr 2019 durchschnittlich 260 Fehltage pro 100 Versicherten. So viele wie nie. Bei den Frauen waren es sogar 328 Fehltage, bei den Männern „nur“ 203. Die meisten Fehltage wurden durch Depressionen verursacht. Besonders zugenommen – und zwar um 60 % allein von 2011 bis 2019 – haben die Anpassungsstörungen. Sie landeten 2019 auf Platz 2, gefolgt von neurotischen Störungen und Angststörungen.
Was versteht man unter Anpassungsstörungen?
Von einer Anpassungsstörung spricht man, wenn jemand mit einem belastenden Lebensereignis oder einer einschneidenden Lebensveränderung nicht fertig wird. Das kann z. B. der Tod einer nahestehenden Person oder die Diagnose einer schweren körperlichen Krankheit sein, aber auch Familienprobleme, Schwierigkeiten im Beruf oder finanzielle Engpässe können diese Form der psychischen Erkrankung auslösen.
Welche Rolle haben Beruf und Privatleben bei den Krankheitsursachen?
Da sich Beruf und Privatleben immer mehr vermischen, stellen psychische Erkrankungen für Arbeitsgeber eine große Herausforderung dar. Oft lässt sich nicht klar abgrenzen, ob die Ursachen (Fehl-)Belastungen sind, die aus der Arbeitswelt und/oder aus dem Privaten kommen. Es lässt sich zudem schwer ergründen, warum manche Betroffene schneller als andere mit Krankheit auf Dauerbelastungen reagieren.
Die Bundesländer unterscheiden sich deutlich bei den Fehltagen
Auffällig bei den Zahlen des DAK-Psychoreports sind deutliche regionale Unterschiede. So gab es 2019 im Saarland den Spitzenwert von 340 Fehltagen pro 100 Versicherte. Baden-Württemberg lag dagegen mit 207 Fehltagen am Ende der Ländertabelle.
In der öffentlichen Verwaltung gibt es überdurchschnittlich viele psychische Erkrankungen
Auffallend viel und deutlich über dem Durchschnitt war der Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen in der öffentlichen Verwaltung. Hier lag der Wert bei 382 Fehltagen je 100 Versicherten und somit 47 % über dem DAK-Durchschnitt. Aber auch das Gesundheitswesen brachte es auf 338 Fehltage. Den geringsten Wert vermeldet mit 154 Fehltagen die Baubranche.
Psychische Gesundheit muss Thema am Arbeitsplatz werden
Besonders stark ist der Anstieg der psychischen Erkrankungen bei den Beschäftigten, die älter als 60 Jahre sind. Doch auch für die Jüngeren, die zudem ja auch älter werden, ist es wichtig, psychische Gesundheit stärker zum Thema am Arbeitsplatz zu machen.
Das könnte Sie auch interessieren
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.812
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
1.5121
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
814
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
371
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
279
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
228
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
175
-
Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt
144
-
Wie viele Schritte soll man am Tag gehen
1283
-
Dürfen Mitarbeiter frei bestimmen, wie sie ihre Pause verbringen?
126
-
Weniger Sicherheitsbeauftragte: Neuer Schwellenwert beschlossen
07.04.2026
-
Zeitarbeit im Wandel: Arbeitszufriedenheit und Risiken im Check
01.04.2026
-
Ü45-Check der Rentenversicherung im Test
31.03.2026
-
4 Tipps zur Durchführung von Sicherheitskurzgesprächen
20.03.2026
-
Pflege, Beruf und Familie: Die Belastung pflegender Angehöriger
19.03.2026
-
Sicherheitskultur: Stärken und Hürden aus Sicht der Sifa
18.03.2026
-
Gallup-Index: Emotionale Bindung bleibt schwach, Führung gefragt
16.03.2026
-
EU-Maschinenverordnung 2023/ 1230: Änderungen für Unternehmen
12.03.2026
-
Hürden der Teilnahme: Warum Beschäftigte BGF-Angebote meiden
10.03.2026
-
BAuA-Bericht: Aktuelle Zahlen zu Arbeitsschutz und Gesundheit
04.03.2026