Wenn Arbeit psychisch krank macht
Die Arbeitswelt wird immer mehr von moderner Kommunikationstechnologie durchdrungen. So nimmt z. B. der Einsatz von WhatsApp im beruflichen Umfeld zu. Privates und Berufliches vermischen sich immer mehr und es kommt häufiger zur Entgrenzung der Arbeit. Außerdem muss der Einzelne flexibler sein. Das verlangt stetiges Lernen und Umdenken. Die Beschleunigung der Arbeitsprozesse, neue Arbeitsformen sowie berufliche Unsicherheit sorgen dafür, dass sich laut Umfragen 50 % der Beschäftigten über Termin- und Leistungsdruck klagen.
Vor allem junge Frauen leider besonders unter den psychischen Belastungen der mordernen Arbeitswelt.
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Junge Frauen sind besonders gefährdet
Beschäftigte im Dienstleistungsbereich sind, so das Forschungsprojekt PsychGeA an der Jade Hochschule, stärker von psychischen Erkrankungen betroffen als Beschäftigte in der Produktion. Vor allem relativ junge Frauen sind gefährdet, wie die Studienergebnisse zeigen. Dies ist u. a. dem Umstand geschuldet, dass Frauen öfter in Dienstleistungsbranchen tätig sind als Männer. Zum anderen vermuten die Wissenschaftler, dass junge Frauen beim Berufseinstieg mit den Anforderungen bei der Arbeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie überfordert sind.
Arbeitsschutz ist ein Risikofaktor
Einen weiteren Risikofaktor sehen die Wissenschaftler des Forschungsprojekts im Arbeitsschutz. Er kommt den Entwicklungen der Arbeitswelt nicht hinterher. Dies hat zur Folge, dass zwar das Sicherheitsdenken in der Produktion inzwischen gut ausgeprägt ist, der Präventionsgedanke jedoch in fast allen Branchen oft vernachlässigt wird. Außerdem findet das Thema psychische Belastungen bisher fast nirgends Akzeptanz.
Sparen bis nichts mehr geht
Aber auch Sparmaßnahmen und Kostenreduzierungen machen den Beschäftigten zu schaffen und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch als psychische Belastung. Wer immer schneller und immer mehr arbeiten muss und das auf Kosten der Qualität, leidet mit der Zeit darunter, egal ob er im Einzelhandel tätig ist oder in der Pflege. Denn zwischen Anstrengung und Entlohnung muss ebenso eine Balance vorhanden sein wie zwischen Engagement und Anerkennung.
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