Neue Arbeitsformen: Was bedeutet Remote Work?

Immer öfter liest man in Stellenanzeigen den Begriff Remote Work. Was bedeutet das? Und wie unterscheidet sich dieses Arbeitsmodell von der Telearbeit und der Arbeit im Homeoffice?

Remote Work bedeutet so viel wie Fernarbeit. Sie kann an jedem beliebigen Ort erledigt werden. Ein Internetanschluss genügt. Homeoffice meint einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer im privaten Umfeld und wird daher als eine Art Oberbegriff für alle Formen von bürobezogener Erwerbsarbeit von zu Hause aus benutzt, manchmal auch als ein synonymer Begriff für Telearbeit. Homeoffice ist aber im arbeitsschutzrechtlichen Sinne eine Form mobilen Arbeitens.

Telearbeitsplätze sind nach Arbeitsstättenverordnung vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten. Der Arbeitgeber hat dafür eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt.

Arbeiten außerhalb der Firma wird immer beliebter

Viele Jahrzehnte hat Büroarbeit ausschließlich beim Arbeitgeber stattgefunden. Seit einigen Jahren wird jedoch Arbeiten zu Hause immer beliebter. Denn so lässt sich Familie und Beruf oft einfacher vereinbaren. Und der Lockdown während der Corona-Pandemie hat der Arbeitsform Homeoffice weiteren Vorschub geleistet. Denn von heute auf morgen wurden in Deutschland fast 50 % der Beschäftigten ganz oder teilweise zum Arbeiten nach Hause geschickt.

Klassische Merkmale der Telearbeit

  • Telearbeit bedeutet, dass ein Arbeitnehmer an einem festen Arbeitsplatz zu Hause arbeitet.
  • Der Arbeitgeber muss prüfen, ob die arbeitsschutzrechtlichen Standards und die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
  • Außerdem hat der Arbeitgeber den Computer und das Telefon sowie Büromöbel zur Verfügung zu stellen.
  • Gibt es fest vereinbarte Arbeitszeiten, sind diese auch zu Hause einzuhalten. Anderenfalls ist es sinnvoll, die Erreichbarkeit für einen begrenzten Zeitraum festzulegen.
  • Bei der Telearbeit gilt das Arbeitsschutzrecht.
  • Bei einem Unfall ist der Arbeitnehmer prinzipiell über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.
  • Vorteile: Wegfall des Arbeitsweges, Familienfreundlichkeit, Entlastung der Umwelt sowie Kostenersparnisse für das Unternehmen, da Arbeits- und Parkplätze für die Mitarbeiter entfallen.

Remote Work verspricht noch mehr Flexibilität

Vor allem die Jüngeren, aber zum Teil auch Mitarbeiter ab dem 50. Lebensjahr wünschen sich mehr Flexibilität im Job, wie das Karriereportal Stellenmarkt schreibt. Sie wollen sich nicht vorschreiben lassen, wann und wo sie arbeiten. Sie arbeiten gerne auch einmal in einem Café, im Park oder unterwegs.

Ein Internetzugang ist die einzige Voraussetzung

Alle Berufe, die sich am PC und online durchführen lassen wie z. B. Webdesign, Programmieraufgaben, Texterstellung etc. sind für Remote Work geeignet. Der Kontakt zur Firma bzw. zum Auftraggeber findet online und telefonisch statt. Für eine sichere Übertragung der Daten ist allerdings ein sicheres VPN notwendig.

Remote Worker brauchen viel Disziplin

Bei Remote Work hat der Arbeitnehmer nur den Arbeitsauftrag, den er erledigen muss. Arbeitszeiten und Arbeitsplätze kann er selbst festlegen. Das kann besonders beim Arbeits- und Gesundheitsschutz für Grauzonen sorgen. Arbeitgeber sollten ihre Remote Worker über die Regelungen des Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetzes informieren. Denn diese gelten auch für die mobile Fernarbeit. Wer selbstverantwortlich und flexibel arbeiten will, braucht also viel Disziplin.

Das könnte Sie auch interessieren

Arbeiten im Homeoffice

Homeoffice braucht klare Regeln und direkten Austausch

Arbeitsschutz an Homeoffice-Arbeitsplätzen: Telearbeit

Schlagworte zum Thema:  Homeoffice, Mobiles Arbeiten