Homeoffice braucht klare Regeln und direkten Austausch
In Deutschland ist das Arbeiten im Homeoffice bei den Beschäftigten beliebt. Sie wollen gerne selbstbestimmt zwischen Arbeits- und Privatleben Projekte bearbeiten oder Büroarbeiten erledigen. Und sie wollen sich den Stress beim Pendeln ersparen.
Warum das Homeoffice nicht immer die beste Lösung ist
Mehrere Studien und Beispiele aus der Praxis zeigen, welche Schwierigkeiten es beim Modell Homeoffice geben kann.
- Homeoffice funktioniert nicht als Pauschallösung.
- Homeoffice als Privileg führt zu Streitereien.
- Manche Aufgaben sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht für die Bearbeitung in Privaträumen geeignet.
- Oft ist ein Homeoffice technisch nicht ausreichend ausgestattet oder entspricht nicht den Anforderungen des Arbeitsschutzes etwa hinsichtlich der ergonomischen Gestaltung.
- Mangelnde Selbstdisziplin kann Entgrenzung der Arbeitszeit oder zur ständigen Erreichbarkeit verursachen und dazu führen, dass Beschäftigte nicht mehr abschalten können und sich schlechter erholen.
- Das Homeoffice führt zu Überstunden, wenn Arbeit ausgelagert wird, die während des regulären Arbeitstages im Unternehmen nicht erledigt werden konnte.
- Vor allem für Frauen kann geringe Präsenz im Unternehmen ein Karriereknick bedeuten.
Welche Regeln braucht das Modell Homeoffice?
Beispiele aus der Praxis zeigen, welche Regeln Führungskräfte bzw. das Unternehmen vorgeben sollten.
- Jeder Beschäftigte sollte seinen Wunsch nach Arbeiten im Homeoffice anmelden dürfen.
- Im Einzelgespräch mit der Führungskraft ist zu klären, ob der Interessent für das Modell Homeoffice geeignet ist.
- Gemeinsam mit der Führungskraft ist festzulegen, welche Aufgaben in welchem Zeitfenster von zu Hause aus zu erledigen sind.
- Im Unternehmen sind für den Umgang mit arbeitsbedingter Erreichbarkeit Konzepte zu entwickeln.
- In einer Betriebsvereinbarung ist festzuhalten, dass die Arbeit im Homeoffice zu keiner Benachteiligung und zu keiner Beeinträchtigung des beruflichen Fortkommens führt.
- Die Vereinbarung zur Telearbeit ist regelmäßig zu hinterfragen bzw. auf den Nutzen hin zu überprüfen.
Mehr über das Modell Homeoffice lesen Sie im Artikel „ Huch! Alle weg?“ im DGUV-Magazin für Führungskräfte TopEins.
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.532
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
8961
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
635
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
268
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
197
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
172
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
171
-
Weniger Sicherheitsbeauftragte: Neuer Schwellenwert beschlossen
159
-
Wie viele Schritte soll man am Tag gehen
1373
-
Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt
125
-
Was die Cannabis-Legalisierung brachte
20.04.2026
-
KI im Bauwesen und ihre Folgen für den Arbeitsschutz
16.04.2026
-
DGUV Regel 115-401: Neue Regeln für Büroarbeitsplätze
15.04.2026
-
Elektromagnetische Felder: DGUV Vorschrift 15 außer Kraft
14.04.2026
-
Muskuloskelettale Erkrankungen: Hauptursache für Fehlzeiten
13.04.2026
-
Aachener Modell: Gewaltprävention im Betrieb
09.04.2026
-
Quiet Cracking: Ursachen und was Führungskräfte tun
08.04.2026
-
Weniger Sicherheitsbeauftragte: Neuer Schwellenwert beschlossen
07.04.2026
-
Zeitarbeit im Wandel: Arbeitszufriedenheit und Risiken im Check
01.04.2026
-
Ü45-Check der Rentenversicherung im Test
31.03.2026