Homeoffice: Tipps für gesundes Sitzen
Am Anfang war erst einmal jeder damit beschäftigt, sich seinen Arbeitsplatz zu Hause einzurichten. Diejenigen, die ein Notebook als Arbeitsmittel mitnehmen durften oder ihr eigenes nutzen konnten, brauchten wenig Platz. Denn damit lässt sich am Küchentisch, auf dem Sofa oder dem Balkon arbeiten. Doch irgendwann war klar, dass sich das mit dem Homeoffice nicht nach 14 Tagen erledigt hat. Gleichzeitig „normalisierte“ sich jedoch das tägliche Arbeitspensum.
Verspannungen sind erste Anzeichen für ungesundes Sitzen
„Ich habe schon einen richtigen Corona-Buckel“, meint Ingo F., IT-Fachmann aus Köln. „Durch das permanente Arbeiten am Notebook bin ich im Nacken- und Schulterbereich verspannt. Unser Küchenstuhl ist wohl nicht die beste Sitzgelegenheit für längere Arbeitseinheiten.“ Ein Arbeitszimmer zu Hause brauchte er bisher nicht. Doch allmählich macht er sich Gedanken, wie es mit seiner Gesundheit beim Arbeiten in seiner kleinen Stadtwohnung weitergehen soll.
Auch zu Hause sollte der Arbeitsplatz ergonomisch gut gestaltet sein
Wer weiterhin im Homeoffice arbeiten oder auch zukünftig häufiger seine Arbeit von zu Hause erledigen will, sollte auf einen ergonomisch gut gestalteten Arbeitsplatz Wert legen.
- Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arbeitgeber, welche Möglichkeiten er unterstützt.
- Der Raum, indem Sie sich den Arbeitsplatz einrichten wollen, sollte ebenso wie die Arbeitsfläche ausreichend groß bemessen sein. Nur so lassen sich Zwangshaltungen, die zu Verspannungen führen, vermeiden.
- Wollen Sie Ihren Büroarbeitsplatz nicht ständig präsent haben, brauchen Sie Platz für z. B. einen Container oder ein Regal, in dem Sie die notwendigen Dinge unterbringen können.
- Auf dem Tisch brauchen Sie genügend Platz für Ihre Arbeitsmittel wie Notebook, externe Tastatur oder externen Monitor und Ihre Arbeitsunterlagen wie Akten oder Korrespondenz.
- Ihr Bildschirm sollte mindestens 17 Zoll groß sein. Darauf lassen sich Informationen in einer Größe und Qualität darstellen, die ein leichtes beschwerdefreies Erkennen ermöglichen.
Das Notebook ist als Dauerlösung ungeeignet
- Sind Sie regelmäßig mit Bildschirmarbeit beschäftigt, sollten Sie diese nicht am Notebook erledigen, selbst wenn dieses beste Darstellungsqualität besitzt. Die starre Verbindung zwischen Bildschirm und Tastatur begünstigt Fehlhaltungen. Zudem ist die Notebook-Tastatur kleiner als eine normale Tastatur. Bei länger andauernder Eingabetätigkeit am Notebook führt dies schneller zu Ermüdung.
- Falls Sie regelmäßig und längere Zeit mit einem Notebook arbeiten wollen, empfehlen Experten eine separate Tastatur, eine separate Maus sowie einen separaten Bildschirm. Ideal ist eine sogenannte Dockingstation.
Lang andauerndes Sitzen ist anstrengend
Grundsätzlich bedeutet Sitzen und Stehen über längere Zeit statische Haltearbeit für die Muskulatur. Das ist schlecht für den Bewegungsapparat, verbraucht viel Energie und führt zur Ermüdung. Besser sind ein häufiger Wechsel der Sitzposition und ein Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen.
Stuhl ist nicht gleich Stuhl
- Ein Keilpolster oder zusätzliches Sitzkissen kann aus Ihrem Küchenstuhl keinen ergonomischen Bürostuhl machen.
- Ganztägiges Sitzen auf einem Kniehocker oder Pendelhocker bedeutet eine große Belastung für Ihren Halteapparat.
- Auch Sitzbälle oder Fit(Sitz-)Bälle sind keine Sitzgelegenheiten. Sie sind Übungs- oder Trainingsbälle. Sie sollten sie höchstens zwischendurch und dann nur kurzzeitig nutzen.
Am besten sitzen Sie auf einen ergonomischen Bürostuhl
- Beschaffen Sie sich einen guten Bürostuhl, der sich so einstellen lässt, dass die Rückenlehne und die Sitzfläche Ihren Bewegungen folgt.
- Die Rückenlehnen sollte Ihren Rücken auch in der bandscheibenentlastenden zurückgelehnten Sitzposition stützen.
- Die optimale Sitzfläche verteilt das Gewicht und den Druck gleichmäßig.
- Und auch beim besten Stuhl gilt: Bewegung tut gut. Stehen Sie z. B. zum Telefonieren auf.
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