Quiet Cracking: Ursachen und was Führungskräfte tun
„Quiet Cracking“, manchmal als „leise Schwester des Burnouts“ genannt, beschreibt einen Motivationsverlust am Arbeitsplatz, bei dem Beschäftigte nach außen hin zumeist weiter vollständig leistungsfähig erscheinen, innerlich aber emotional erschöpft sind und sich überfordert fühlen. Die betroffenen Beschäftigten werden gleichgültig, neigen zum Zynismus und haben das Gefühl, den beruflichen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Der Job wird aus Existenzangst und beruflicher Alternativlosigkeit in der Regel aber nicht aufgegeben. Hauptgründe für das Quiet Cracking sind neben der Überlastung vor allem das Gefühl fehlender Wertschätzung.
Studie „Arbeiten 2025“
Wie viele Beschäftigte haben schon einmal Quiet Cracking an sich erlebt? Der gesetzliche Krankenversicherungsträger Pronova BKK hat zur Beantwortung dieser Frage im Rahmen der Studie „Arbeiten 2025“ 1.230 Arbeitnehmer ab 18 Jahren im Oktober 2025 online befragt. Die Befragung sollte einen Überblick verschaffen, wie Arbeitnehmer Stress und Arbeitsklima wahrnehmen, wie sie mit Erkrankungen und Ausfallzeiten umgehen und was sie über den Einsatz von KI im Berufsleben denken. Die wichtigsten Ergebnisse: Drei von zehn Beschäftigten gaben an, schon einmal unter Quiet Cracking gelitten zu haben, also fast jeder Dritte. Als modernes Arbeitsleiden sei Quiet Cracking damit sogar weiterverbreitet als die innere Kündigung, so die Studienmacher, die lediglich 24 Prozent der Befragten schon mal erlebt haben. Besonders alarmierend: 40 Prozent der unter 30-Jährigen waren schon einmal betroffen, also deutlich mehr als im Durchschnitt aller Altersgruppen.
Gründe für Quiet Cracking
Was sind die Gründe für das Phänomen? 42 Prozent nennen zu viel Stress als Hauptursache für ihre Unzufriedenheit, 40 Prozent beklagen fehlende Wertschätzung am Arbeitsplatz und 29 Prozent leiden unter Überstunden, Schichtarbeit und ständiger Erreichbarkeit. Knapp jeder vierte Befragte berichtete von Problemen mit Vorgesetzten oder der Chefetage. 52 Prozent gaben an, dass Führungskräfte Dinge einfordern, die sie selbst nicht vorleben. Fast ebenso viele empfinden ungleiche Behandlung als belastend.
Generation Z braucht Respekt
Warum ist der Anteil bei der jüngsten Altersgruppe, der Generation Z, besonders hoch? Für jüngere Beschäftigte seien Wertschätzung und Anerkennung ganz besonders wichtig, so die Studienmacher. Die junge Generation wachse mit einem dauerhaften Krisenbewusstsein auf. Dieses Gefühl von Unsicherheit erzeuge wiederum erheblichen Anpassungsdruck. Das Verhalten der Führungskräfte sei deshalb ein entscheidender Faktor für die mentale Gesundheit der Beschäftigten, insbesondere bei Personen dieser Altersgruppe. Anerkennung und Feedback dürften in der heutigen Arbeitswelt aber kein „nice-to-have“ sein, sondern entscheidend für psychische Stabilität und mentales Wohlbefinden der Belegschaften. Fehlten diese Faktoren, wachsen Frustration und das Gefühl von Kontrollverlust, ein starker Stressfaktor im Arbeitsleben. Der Rat der Studienmacher an Vorgesetzte: Wer respektvoll, fair und transparent führt, stärkt die mentale Gesundheit seines Teams – und damit auch das Unternehmen.
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