Digitaler Arbeitsschutz

Digitale Prävention: Vorausschauende Sicherheit mit KI und AR


QR-Code

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Augmented Reality (AR) revolutioniert den Arbeitsschutz. Mit neuen Technologien wie Virtual Language Models und 2D-Barcodes sollen Echtzeit-Gefahrenerkennung und proaktive Prävention in jedem Unternehmen möglich gemacht werden. 

Die Integration von KI und AR in den Arbeitsschutz markiert vermutlich endgültig eine klare Wende hin zu einer neuen Sicherheitskultur, in der sich der Präventionsansatz gegen den vorrangig reaktiven Arbeitsschutz alter Prägung durchsetzen wird.

Sicherheit für hybride Arbeitswelt

Mit den neuen Technologien lässt sich Sicherheit auch in der hybriden Arbeitswelt umsetzen. Der Begriff der „hybriden Sicherheitskultur“ stammt aus dem Militärwesen, wird aber zunehmend auch für den (post-)modernen Arbeitsschutz verwendet. Unter ihm versteht man die Integration von Sicherheitsstandards und Verhaltensweisen sowohl für Präsenzarbeitsplätze (Büro/Produktion) als auch für mobile Arbeitsformen (Homeoffice/ Remote Work). Sie passt dabei traditionelle Arbeitsschutzmaßnahmen an die neuen Herausforderungen der flexiblen Arbeitswelt an, wobei sie neben der physischen Sicherheit vermehrt auch psychische und ergonomische Gesundheit berücksichtigt.

Predictive Safety

Nicht nur Begriffe wie „hybride Sicherheitskultur" haben ihren Ursprung im Militärwesen und der Sicherheitsbranche – auch die Technologien, die vorausschauende Sicherheit ermöglichen, kommen aus diesen Feldern. Im Rahmen des „Predictive Safety“ werden Daten aus verschiedenen Quellen analysiert, um Unfallgefahren zu identifizieren, bevor richtige Unfälle passieren können. Intelligente Kamerasysteme überwachen Arbeitsplätze in Echtzeit, erkennen Gefahrenzonen, fehlende persönliche Schutzausrüstung oder unerlaubtes Betreten von Sicherheitsbereichen und lösen augenblicklich automatische Warnmeldungen aus. Dazu gehört auch die Identifikation von Verhaltensmustern bei den Arbeitnehmern und sogar die physischen Überlastungen bei Beschäftigten lässt sich dadurch erkennen.

Think Alerts und VLM

Bei der hierfür zugrundliegenden Technologie handelt es sich daher nicht bloß um Videokamerasysteme, die lediglich Arbeitsbereiche überwachen und Alarm auslösen. Vielmehr sind es sogenannte Think Alerts, oft auch als Proactive Alerts bezeichnet. Das sind spezialisierte Warnsysteme, die proaktiv Benachrichtigungen senden, um frühzeitig auf Bedrohungen, Gefährdungen oder andere sicherheitsrelevante Ereignisse aufmerksam zu machen. Sobald die KI ein Ereignis wie den Verstoß gegen Sicherheitsregeln erkennt, löst sie automatisch einen Alarm als Push-Nachricht oder E-Mail aus. Die Think Alerts wiederum nutzen dabei Vision Language Model-Technologie (VLM), um natürliche Sprache in dynamische Echtzeit-Videoalarme umzuwandeln. Sie gehen damit über herkömmliche bewegungsbasierte Alarme weit hinaus, weil sie nicht nur „Bewegung“ erkennen können, sondern in der Lage sind, den Kontext einer Szene zu interpretieren. Die Alerts „verstehen“ also Objekte, Personen, Handlungen und deren Zusammenhänge. Durch einfache Sprachanweisungen können Nutzer dem System anordnen, was überwacht werden soll – z. B. das Nicht-Tragen von Schutzhelmen, das Rauchen in einem Brandschutzbereich oder eine unbefugte Person, die sich einer Sicherheitszone nähert. Da die Erkennung auf Sprache basiert, können Alarme sekundenschnell für individuelle Szenarien eingerichtet werden, ohne dass für den Anweisungsgeber IT-Kenntnisse erforderlich sind.

Sicherheitsanweisungen mit QR-Code

Aktuell bereits eine weitere Verbreitung als die Think Alerts haben digitalisierte Betriebsanweisungen, die direkt auf Tablets, Laptops oder Datenbrillen bereitgestellt werden und damit jederzeit und an jedem Platz im Unternehmen (und auch darüber hinaus) den Beschäftigten zur Verfügung stehen. Möglich gemacht wird das mittels zweidimensionaler Matrix-Barcode (2D-Barcodes). Durch das Scannen eines QR-Codes an Maschinen können Arbeiter sofort auf cloudbasierte digitale Arbeitsanweisungen zugreifen. Diese Anweisungen sind durch digitale Avatare mehrsprachig verfügbar, Sprachbarrieren und damit zusammenhängende Sicherheitsdefizite gibt es somit nicht mehr.

Immersive Trainings

Schließlich werden auch Schulungen und Unterweisungen immer mehr digitalisiert, wobei sich dieser Trend von den hier vorgestellten Entwicklungen als erster im Rahmen des Arbeitsschutzes durchgesetzt hat. Durch Technologien wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) oder 360°-Videos werden realitätsnahe Simulationen geschaffen, mit denen die Beschäftigten risikolos gefährliche Arbeitssituationen trainieren können. Sie haben dabei das Gefühl, tatsächlich in die Lernumgebung „einzutauchen“, weshalb diese Lernform auch als immersives Training (immersio = eintauchend) bezeichnet wird.


Das könnte Sie auch interessieren: 


Schlagworte zum Thema:  Künstliche Intelligenz (KI)
0 Kommentare
Das Eingabefeld enthält noch keinen Text oder nicht erlaubte Sonderzeichen. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe, um den Kommentar veröffentlichen zu können.
Noch keine Kommentare - teilen Sie Ihre Sicht und starten Sie die Diskussion