Die Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in Krisen wie die der Corona-Pandemie
Die Haufe Redaktion sprach mit den BGM-Experten und Dozenten Oliver Walle und Sarah Staut von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und BSA-Akademie über die Bedeutung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements in Krisenzeiten, wie aktuell aufgrund der Corona-Pandemie.
Folgen des Lockdown für das BGM
Haufe Online Redaktion: Herr Walle, Sie sind ja zugleich in der Lehre tätig, aber auch in der BGM-Beratung bei Unternehmen. Wie haben Sie den Lockdown für das BGM aufgrund der Corona-Pandemie erlebt?
Oliver Walle: Für die Hochschule als auch unsere Akademie gab es natürlich einen Stopp der Präsenzphasen. Wir konnten aber in kürzester Zeit für das Studium einen Onlineunterricht als Ersatz auf die Beine stellen. Nun werden auch Präsenzphasen der BSA-Akademie soweit möglich digitalisiert, für den Fall, dass ein vergleichbarer Lockdown kommen wird. Was die Aktivitäten der Gesundheitsförderung vor Ort in den Betrieben angeht, stoppten diese natürlich auch aufgrund des Kontaktverbots beziehungsweise der -einschränkungen.
Haufe Online Redaktion: Gab es Alternativen oder konnten Sie neue Angebote entwickeln?
Oliver Walle: Für die BGM-Beratung, aber auch zur Durchführung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen, bieten sich Webmeetings, Webinare und Videosequenzen an. Gerade die Fitnessbranche hat hier binnen kürzester Zeit tolle Angebote für ihre Mitglieder erarbeitet. Aber nun kommt auch immer mehr der Wunsch seitens der Unternehmen, wieder die Arbeit in der Gesundheitsförderung und im BGM vor Ort aufzunehmen.
Die Rolle des BGMs in Krisenzeiten
Haufe Online Redaktion: Welche Bedeutung und Rolle sehen Sie für das BGM in solchen Krisenzeiten?
Oliver Walle: Ich habe bereits die Weltfinanzkrise 2008/2009 erlebt, in der viele Unternehmen ihre Aktivitäten im BGM aus Kostengründen eingestellt haben. Es gab aber auch die Unternehmen, die stetig an der Stärkung ihrer teuersten Ressourcen, nämlich den Mitarbeitern, gearbeitet haben.
BGM sollte nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Krankenstandsenkung gesehen werden. Vielmehr geht es auch um Themen wie der Beitrag zur Arbeitgeberattraktivität und Kompetenzerwerb im Hinblick auf den Umgang mit Stress. Jedoch spielen auch das allgemeine Gesundheitsverhalten und - wie wir auch durch Corona erlebt haben - eine bessere Wahrnehmung von Risiken und Hygienemaßnahmen eine nicht zu unterschätzende Rolle.
BGM-Umfrage zu Corona
Haufe Online Redaktion: Frau Staut, der Bundesverband BGM (BBGM) führt gerade eine Befragung bei Dienstleistern durch, die Hochschule ist für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung zuständig. Um was geht es genau in dieser Umfrage?
Sarah Staut: Der BBGM und auch wir möchten wissen, wie die BGM-Branche die aktuelle Situation erlebt und vor allem, welche neuen Produkte entwickelt wurden und wie man BGM perspektivisch betrachtet.
Haufe Online Redaktion: Haben Sie bereits Beispiele?
Sarah Staut: Sicherlich haben wir alle zahlreiche Videoanleitungen zur ergonomischen Do-it-Yourself - Gestaltung des Homeoffice, Bewegungsübungen und Entspannungsmöglichkeiten kennengelernt. Hierzu wurde in den vergangenen Monaten viel veröffentlicht.
Haufe Online Redaktion: Werden Sie auf solche und weitere Beispiele in Ihrem Onlineseminar eingehen?
Sarah Staut: Ja, wir stellen die Ergebnisse der Umfrage vor und liefern spannende Beispiele, die uns im Rahmen der Befragung von BGM-Dienstleistern geschildert werden. Daneben präsentieren wir weitere Ideen und Praxisbeispiele. Die Teilnehmer dürfen also gespannt sein! Die Umfrage läuft noch bis zum 17. Juni, demnach können sich gerne noch Dienstleister an der Umfrage beteiligen.
Kostenloses Online-Seminar
Das Online-Seminar "BGM im Homeoffice: Verrückte Idee - oder was lernen wir durch Krisen wie Corona?" stellt dar,
- welche Digitalangebote der betrieblichen Gesundheitsförderung bereits heute schon verfügbar sind,
- wie digitale Tools für die Information, Kommunikation und Organisation helfen, ein BGM unabhängig von Ort und Zeit zu managen,
- welche Ideen Dienstleister haben, um auch zukünftig in vergleichbaren Situationen wie der Corona-Krise Gesundheitsangebote für Beschäftigte anzubieten.
Termin: 24. Juni 2020, 10:00 Uhr, Dauer: ca. 90 Minuten
Anmeldung unter Haufe Online Training
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