Die Zahl der offenen Stellen steigt und steigt
Am deutschen Stellenmarkt herrscht Hochkonjunktur. So viele Stellen wie in den ersten sechs Monaten des Jahrs 2022 waren selbst vor der Pandemie nicht ausgeschrieben. Jeden Monat inserieren die Arbeitgeber zwischen 1,2 und 1,4 Positionen. Das ergab eine Stellenmarktanalyse von Index Research, für die Stellenanzeigen analysiert wurden, die in 249 Printmedien, auf 349 Online-Jobbörsen und 136.000 Firmenwebseiten sowie im Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht waren.
Stellenausschreibungen nach Branche
Deutschlandweit schaltete im ersten Halbjahr 2022 der Handel mit fast 829.000 Positionen die meisten Stellen, gefolgt von der Industrie (nahezu 772.000 Positionen) und der IKT-Branche (fast 500.000 Positionen). Die größte Menge an Ausschreibungen kam jedoch aus der Personaldienstleistungsbranche. Die Personaldienstleistungsunternehmen veröffentlichten für ihre Kunden und für die eigenen Reihen über zwei Millionen Jobangebote.
Stellenangebote nach Berufen
Mit Blick auf die Berufsbilder richteten sich von Januar bis Juni 2022 die meisten Stellenangebote an Fachkräfte ohne Schreibtischjobs: Für Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter sowie Handwerkerinnen und Handwerker waren fast 1,2 Millionen offene Positionen veröffentlicht. Technische Fachkräfte wie Ingenieurinnen/Ingenieure und Architektinnen/Architekten belegten mit rund einer Million offenen Stellen den zweiten Platz. An dritter Stelle stehen Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, für die nahezu 886.000 offene Positionen gezählt wurden.
Regionen mit dem größten Fachkräftebedarf
Die meisten ausgeschriebenen Stellen gab es im ersten Halbjahr 2022 in Nordrhein-Westfalen (über 1,2 Millionen Positionen), Bayern (fast 1,2 Millionen Positionen) und Baden-Württemberg (über 984.000 Positionen). Im Städteranking lag Berlin (über 436.000 Positionen) an der Spitze, deutlich vor München (fast 280.000 Positionen) und Hamburg (mehr als 255.000 Positionen).
Stellenmarkt: Immer mehr Bewerbende sagen ab
Bei der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer häufiger die Wahl – und immer mehr entscheiden sich nach einem Vorstellungsgespräch gegen einen Arbeitsvertrag. Laut einer Befragung des Marktforschungsinstituts Respondi im Auftrag der Königsteiner Gruppe sagen mittlerweile mehr Bewerberinnen und Bewerber den ausschreibenden Unternehmen ab als umgekehrt.
Häufig erfolgt die Absage nach dem Vorstellungsgespräch oder nachdem das Unternehmen ein unterschriftsreifes Angebot vorlegte. Weniger Personen beendeten den Bewerbungsprozess noch vor dem avisierten Vorstellungsgespräch.
Diese Ergebnisse sind jedoch nicht allgemeingültig: Befragt wurden 1.000 Menschen, die sich in den vergangenen drei Jahren im Bewerbungsprozess befanden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig: 81 Prozent in Vollzeit, 19 in Teilzeit. Menschen, die erst in den Arbeitsmarkt eintreten, sowie Arbeitssuchende gehörten nicht zur befragten Personengruppe.
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