Squake veröffentlicht Berechnungsmethodik für Bahn-Emissionen
Das Problem: Fragmentierte Datenlage erschwert Vergleichbarkeit
Emissionsfaktoren für den Schienenverkehr sind bislang alles andere als einheitlich. Je nach Betreiber, Land und angewandter Methodik fallen die veröffentlichten Werte sehr unterschiedlich aus – bedingt durch differierende Systemgrenzen, unterschiedliche Konventionen bei der Strombilanzierung sowie variierende Definitionen von Servicekategorien. Für Travel Manager, Travel Management Companies (TMCs), Online-Buchungstools und Corporate-Reporting-Teams macht diese Inkonsistenz einen belastbaren Vergleich und eine prüfungssichere Berichterstattung nahezu unmöglich.
Rail Emission Model soll Bahn-Emission vergleichbar machen
Am 22. Juli hat Squake das Whitepaper zu seinem Rail Emission Model (REM) veröffentlicht. Das Modell arbeitet mit einer gestuften Fallback-Hierarchie: Vorrangig werden betreiberspezifische Emissionsfaktoren verwendet, bei fehlenden Daten wird auf Länder- oder Aktivitätswerte sowie globale Standardwerte zurückgegriffen. Berechnet wird auf Basis einer Well-to-Wheel-Systemgrenze mit standortbasiertem Stromansatz. Jede Berechnung gibt Metadaten aus – etwa zu Methoden-Tier, Faktoren-Quelle und Distanzbasis –, die eine vollständige Nachvollziehbarkeit ermöglichen. Die Methodik orientiert sich an ISO 14083 und soll in Buchungs-, Travel-Management- und Reporting-Systemen eingesetzt werden können, einschließlich CSRD-konformer Berichterstattung.
Einbindung in Travalyst und offener Reviewprozess
Squake ist Mitglied der gemeinnützigen Travalyst Coalition. Über den Travalyst Data Hub soll REM künftig breit in der Reisebranche verfügbar gemacht werden. Die Methodik wurde durch die Travalyst Independent Advisory Group geprüft.
„Die Bahn rückt im Rahmen des Modal Shift in Geschäftsreiseprogrammen immer stärker in den Fokus, aber die Datenbasis zu Bahnemissionen ist inkonsistent und schwer vergleichbar“, sagt Philipp von Lamezan, Gründer und CEO von Squake. Das neue Berechnungsmodell soll der Branche eine transparente, standardskonforme Möglichkeit geben, Emissionen zu quantifizieren und die Annahmen hinter jeder Zahl offenzulegen.
Das Whitepaper ist hier abrufbar.
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