Projekt „gr33nUP“

Wie die Uni Paderborn nachhaltige Geschäftsmodelle in die Praxis bringen will


Uni Paderborn

Start-ups und KMU stehen oft vor der gleichen Frage: Wie lässt sich Nachhaltigkeit nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern als echten strategischen Hebel im Geschäftsmodell verankern? Ein neues Förderprojekt aus Paderborn will genau hier ansetzen – mit praxisnahen Tools, niedrigschwelligen Lernformaten und wissenschaftlicher Fundierung.

An der Universität Paderborn ist mit „gr33nUP" ein neues Projekt gestartet, das Unternehmen dabei helfen soll, Nachhaltigkeit systematisch in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. Im Fokus stehen vor allem Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – also genau jene Akteure, denen häufig die Ressourcen fehlen, um komplexe ESG- und Nachhaltigkeitsstrategien eigenständig zu entwickeln. Angesiedelt ist das Projekt im universitätseigenen Gründungszentrum „garage33", das bereits als Inkubator für innovative Unternehmensideen in der Region Ostwestfalen-Lippe etabliert ist.

Millionenförderung bis 2028

Finanziert wird „gr33nUP" im Rahmen des Bundesprogramms „Nachhaltig wirken – Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen". Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) stellen dafür laut Förderbescheid rund 1,2 Millionen Euro bis zum Jahr 2028 bereit.

Drei-Säulen-Ansatz: Clips, Classes und Compass

Das methodische Konzept von „gr33nUP" setzt bewusst auf Zugänglichkeit und Praxisnähe. Projektleiter Prof. Dr. Rüdiger Kabst beschreibt drei zentrale Elemente:

  • Visuelle Clips vermitteln Grundlagenwissen zu nachhaltigem Wirtschaften kompakt und verständlich.
  • Interaktive Classes – darunter Events und Workshops – ermöglichen praxisnahes Lernen und die direkte Anwendung im unternehmerischen Kontext.
  • Der „Compass" bietet Unternehmen ein evidenzbasiertes Orientierungstool, das im komplexen Themenfeld Nachhaltigkeit konkrete Handlungsoptionen aufzeigt.

Dieser Dreiklang soll sicherstellen, dass Forschungswissen nicht in der Schublade bleibt, sondern direkt in unternehmerisches Handeln übersetzt werden kann.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor

Hinter „gr33nUP" steckt ein erweitertes Nachhaltigkeitsverständnis: Ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg werden nicht als Gegensätze, sondern als sich gegenseitig verstärkende Faktoren begriffen. Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle nachhaltig ausrichten, stärken damit zugleich ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit – ein Argument, das in Zeiten wachsender regulatorischer Anforderungen, etwa durch die CSRD oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, zunehmend an Gewicht gewinnt.

Regionale Innovationskultur stärken

Über die einzelbetriebliche Beratung hinaus verfolgt „gr33nUP" einen regionalen Anspruch: Das Projekt soll die Innovationskultur in Ostwestfalen-Lippe stärken und neue Kooperationen zwischen Wissenschaft, Start-up-Ökosystem und etablierten Unternehmen anstoßen. Damit positioniert sich die Universität Paderborn als aktive Gestalterin des nachhaltigen Strukturwandels in ihrer Region.


Schlagworte zum Thema:  Förderung , Nachhaltigkeit
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