Unvollständige Angaben schließen Vorsteuervergütung aus
Sachverhalt:
Eine Unternehmerin aus Dänemark stellte beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) mehrere Anträge auf Vorsteuervergütung für das Jahr 2008 und nutzte hierfür den amtlichen Antragsvordruck. Unausgefüllt ließ sie allerdings das Feld in Abschnitt 9 Buchstabe a) des Vordrucks, worin der Unternehmer erklärt, dass er die aufgeführten Gegenstände und sonstigen Leistungen für Zwecke des Unternehmens verwendet hat. Ohne Eintragungen beließ sie auch das Feld in Abschnitt 9 Buchstabe b), in dem nach der Art der ausgeführten Lieferungen und sonstigen Leistungen des Antragstellers gefragt wird. Das BZSt hatte die Vorsteuervergütungen i. H. v. 350.000 EUR aufgrund der fehlenden Angaben abgelehnt.
Entscheidung:
Das Finanzgericht entschied nun, dass die Unternehmerin keinen Anspruch auf die Vorsteuervergütungen hat, da sie innerhalb der maßgeblichen 6-Monats-Frist (§ 18 Abs. 9 Satz 3 UStG) keine wirksamen Vergütungsanträge gestellt hatte. Die in Abschnitt 9 Buchstabe a) geforderte Erklärung, dass die aufgeführten Gegenstände und sonstigen Leistungen für Zwecke des Unternehmens verwendet worden sind, ist nach Gerichtsmeinung zwingend anzugeben, da sie für die Entscheidung über die beantrage Vorsteuervergütung erheblich ist. Die Erklärung kann nach Ablauf der Vergütungsfrist nicht nachgeholt werden.
Weitere - vorliegend nicht erfüllte - Wirksamkeitsvoraussetzungen sind die Eintragungen zu den ausgeführten Lieferungen und sonstigen Leistungen (Abschnitt 9 Buchstabe b) des Vordrucks), da sie zur Prüfung der vom Europarecht formulierten Antragsvoraussetzungen erforderlich sind.
Praxishinweis:
Das Finanzgericht ließ die Revision wegen eines bereits anhängigen Revisionsverfahrens des BFH zur gleichen Thematik (Az. V R 9/14) zu, dieses Verfahren ist jedoch mittlerweile erledigt: Mit Urteil vom 24.9.2015 hat der BFH entschieden, dass Anträge ohne Eintragungen zur Leistungsverwendung in Abschnitt 9 Buchstabe a) nicht ordnungsgemäß und fristwahrend sind. Somit dürfte die Revision im vorliegenden Fall keine Aussicht auf Erfolg haben.
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
292
-
Mündliche Verhandlungen zur Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer
216
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
169
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
135
-
Pauschale Beihilfe kürzt Sonderausgabenabzug
120
-
Wirksamkeit von nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ergangenen „Erstattungsbescheiden“
105
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
95
-
Nutzungs- oder Funktionsänderung eines Gebäudes
72
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
70
-
Steuerliche Behandlung von "Earn-Out-Zahlungen"
69
-
Verspätungszuschlag bei Änderung einer Umsatzsteuerfestsetzung im Klageverfahren
07.09.2026
-
Beiträge an einen Schulförderverein können als Schulgeld abziehbar sein
07.09.2026
-
Vorsteuerabzug trotz verspäteter Mehrwertsteuer-Registrierung
07.09.2026
-
Erstattungsfähigkeit von Kosten für Verkehrswertgutachten
04.09.2026
-
Alle am 3.9.2026 veröffentlichten Entscheidungen
03.09.2026
-
Neue anhängige Verfahren im August 2026
03.09.2026
-
Pensionszusage nach dem 60. Lebensjahr führt zur vGA
03.09.2026
-
Doppelbesteuerung von Hinterbliebenenleistung an Lebensgefährtin
02.09.2026
-
Grunderwerbsteuerbefreiung auf Anteilsvereinigungen
02.09.2026
-
Steuerbefreiung für ein Familienheim
01.09.2026