Steuerberatung durch eine im EU-Ausland niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft
Im Streitfall hatte das Finanzamt (FA) eine Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in Großbritannien und einer Niederlassung in den Niederlanden als Bevollmächtigte zurückgewiesen, weil sie eine Umsatzsteuererklärung für eine inländische GmbH erstellt und an das FA übermittelt hatte. Die ausländische Gesellschaft ist in Deutschland nicht als Steuerberatungsgesellschaft anerkannt. Die Klage blieb ohne Erfolg.
BFH hob die Vorentscheidung auf
Der BFH hob die Vorentscheidung auf und verwies den Rechtsstreit an das FG zurück. Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die Steuerberatungsgesellschaft zum Zeitpunkt der Zurückweisung nach nationalem Recht nicht zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt war.
FG muss weitere Feststellungen treffen
Nach dem Urteil des BFH kann sich die Steuerberatungsgesellschaft aber unter bestimmten Voraussetzungen auf die unionsrechtlich verbürgte Dienstleistungsfreiheit berufen. Liegt im EU-Ausland keine dem deutschen Steuerberatungsgesetz entsprechende Reglementierung vor, kommt es darauf an, dass zumindest eine nachhaltige Berufsausübung gegeben ist. Letzteres erfordert, dass in den letzten 10 Jahren mindestens 2 Jahre lang eine steuerberatende Tätigkeit im Ausland ausgeübt wurde. Zudem muss ein Berufshaftpflichtschutz vorliegen. Hierzu hat das FG im zweiten Rechtsgang weitere Feststellungen zu treffen. Das FG hat dabei auch zu prüfen, ob die Klägerin aufgrund einer im Inland unterhaltenen geschäftlichen Präsenz in den Anwendungsbereich der unionsrechtlichen Niederlassungsfreiheit fällt und damit den deutschen Vorschriften zur Berufsausübung unterliegt.
BFH, Urteil v. 19.10.2016, II R 44/12, veröffentlicht am 7.12.2016
Im Wege des Vorabentscheidungsersuchens ergangenes Urteil des EuGH v. 17.12.2016, C-342/14, X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:82
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Ein deutscher steuerexperte in deutschem Steuerrecht, der keine Stb-Prüfung abgelegt hat, darf selbstverständlich im Inland keine Niederlassung gründen und vom Inland aus Beratungen durchführen. Geht er aber über die Grenze nach den Niederlanden, dann darf er das, solange er in Deutschland kein eigenständiges Büro unterhält. Er muss aber, so der Bfh, Kenntnisse im niederländischen (!) Steuerrecht nachweisen, und zwar, da es in den Niederlanden keine Stb-Prüfung gibt, durch eine 2-jährige Tätigkeit auf dem niederländischen (!) Steuerrecht. Wer soll das verstehen? Wer also die deutsch Stb-Prüfung nicht geschafft hat, darf für Aachener Mandanten nur tätig werden, wenn er sein Büro über die Grenze nach Vaals verlegt und außerdem sich durch Berufserfahrung das niederländische (!) Steuerrecht aneignet.