Impfschaden bei Impfung durch Betriebsarzt kein Arbeitsunfall
Ein Impfschaden infolge einer Grippeschutzimpfung ist nicht bereits deshalb als Arbeitsunfall zu entschädigen, weil die Impfung auf Veranlassung des Arbeitgebers durch den Betriebsarzt erfolgt.
Der Fall:
Dies hat das Sozialgericht Dortmund im Falle einer Museumsmitarbeiterin aus Bochum entschieden, die infolge einer betriebsärztlichen Grippeschutzimpfung an einem Guillian-Barre-Syndrom erkrankte. Sie verklagte die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft auf Anerkennung eines Arbeitsunfalles, weil ihr die betriebsärztliche Impfung von ihrem Arbeitgeber angeboten worden sei. Sie habe sich angesichts des Publikumsverkehrs im Museum vor einer besonderen Ansteckungsgefahr schützen wollen.
Das Urteil:
Das Sozialgericht Dortmund wies die Klage als unbegründet ab. Die Anerkennung eines Arbeitsunfalles komme nur in Betracht, wenn die mit der Tätigkeit verbundene Gefährdung eine Grippeschutzimpfung über die allgemeine Gesundheitsfürsorge hinaus erforderlich mache. Dies sei bei der Klägerin im Museum nicht der Fall gewesen. Zwar habe sie Kontakt zu Besuchergruppen gehabt. Die Ansteckungsgefahr sei aber nicht größer gewesen als an anderen Arbeitsplätzen mit Kontakt zu Kollegen und Publikum oder im privaten Bereich z. B. beim Einkaufen.
Die Entscheidung ist rechtskräftig nach Rücknahme der Berufung der Klägerin.
(Sozialgericht Dortmund, Urteil vom 05.08.2015, S 36 U 818/12)
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13.04.2016 14:28 Uhr
Haufe Online Redaktion: Dieser Text wurde redaktionell gelöscht.
Claudia Freud
13.04.2016 14:27 Uhr
Also da würde ich mit einem Experten in diesem Bereich definitiv in Revision gehen. Wenn der Arbeitgeber solche Impfungen anbietet, dann sollte er auch für die Konsequenzen einstehen müssen.