Bonus (für gesundheitsbewusstes Verhalten)

Zusammenfassung

 
Begriff

Ein Bonus der Krankenkasse ist eine Geldzahlung, eine Sachprämie oder der Verzicht auf die Erhebung einer Zuzahlung. Es soll dadurch ein Anreiz für gesundheitsförderndes Verhalten geschaffen werden. Der Bonus kann an den Versicherten aber auch an den Arbeitgeber gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass der Versicherte an bestimmten präventiven Maßnahmen oder an den Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen hat.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Die verschiedenen Boni für gesundheitsbewusstes Verhalten sind in § 65a SGB V zusammengefasst. Die Gestaltung der Bonusregelung und die Voraussetzungen für die Gewährung eines Bonus sollen zwingend in der Satzung der Krankenkasse geregelt werden.

1 Versicherte

1.1 Präventive Maßnahmen

Unter welchen genauen Voraussetzungen dieser Bonus gewährt werden kann, ist nicht im Gesetz geregelt. Der Versicherte muss aber qualitätsgesicherte Leistungen der Krankenkasse zur primären Prävention in Anspruch genommen haben. Dabei handelt es sich in erster Linie um die verhaltensbezogenen Maßnahmen/Gesundheitsangebote nach § 20 Abs. 5 SGB V aus folgenden Handlungsfeldern:

  • Bewegungsgewohnheiten,
  • Ernährung,
  • Stressbewältigung/Entspannung sowie
  • Genuss- und Suchtmittelkonsum.

1.2 Leistungen zur Erfassung von gesundheitlichen Risiken/Früherkennung von Krankheiten

Der Bonus soll für die Teilnahme an den Leistungen zur Erfassung von gesundheitlichen Risiken und Früherkennung von Krankheiten nach den §§ 25, 26 SGB V gewährt werden. Dies sind zzt.:

  • einmalige Gesundheitsuntersuchung von 18. bis zum 35.Lebensjahr
  • Gesundheitsuntersuchung ab vollendetem 35. Lebensjahr (Check-up 35)
  • Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Frauen ab Beginn des 20. Lebensjahres
  • Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Männer ab Beginn des 35. Lebensjahres
  • Kinderfrüherkennungsuntersuchung bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres
  • Jugendgesundheitsuntersuchung zwischen dem vollendeten 13. und vollendeten 14. Lebensjahr.

1.3 Schutzimpfungen

Die Teilnahme an Schutzimpfungen nach § 20i SGB V sollen die Krankenkassen mit einem Bonus honorieren.

 
Praxis-Beispiel

Satzungsregelung einer Krankenkasse
Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten der Versicherten

Versicherte können am Bonusprogramm teilnehmen, wenn sie bei der Krankenkasse versichert sind und das 16. Lebensjahr vollendet haben. Darüber hinaus müssen die Versicherten innerhalb eines Kalenderjahres mindestens 3 Maßnahmen durchgeführt haben.

Dazu zählen folgende Maßnahmen:

Das Erfüllen der Voraussetzungen wird vom Arzt bzw. dem Anbieter der Leistung auf der Bonus-Karte quittiert. Für jede durchgeführte Maßnahme erhalten die Versicherten eine Prämie in Höhe von 20 EUR, jedoch max. 150 EUR pro Teilnehmer.

1.4 Finanzierung der Boni

Die Aufwendungen im Rahmen der Bonusregelung nach § 65a Abs. 1 SGB V müssen mittelfristig aus Einsparungen und Effizienzsteigerungen, die durch diese Maßnahmen erzielt werden, finanziert werden.

Die Krankenkassen haben regelmäßig – mindestens alle 3 Jahre – gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde Rechenschaft abzulegen. Werden keine Einsparungen erzielt, dürfen auch keine Boni für die entsprechenden Versorgungsformen mehr ausgeschüttet werden. Entsprechende Nachweise dürften in der Praxis sehr schwer zu führen sein, da sich entsprechende Effekte nur schwerlich quantifizieren lassen.[1]

 
Wichtig

Regelung gilt nicht für betriebliche Gesundheitsförderung

Diese Regelung gilt nicht für die Boni an Arbeitgeber und/oder Versicherte bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.

2 Boni für Arbeitgeber und/oder Versicherte

Die Krankenkasse soll in ihrer Satzung auch vorsehen, dass bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber sowohl der Arbeitgeber als auch die teilnehmenden Versicherten einen Bonus erhalten.[1] Hierbei geht es insbesondere um Maßnahmen nach § 20b SGB V in den Handlungsfeldern

  • arbeitsbedingte körperliche Belastungen,
  • Betriebsverpflegung,
  • psychosoziale Belastungen (Stress),
  • Genuss- und Suchtmittelkonsum.

Auch ist Art und Umfang der Boni nicht gesetzlich vorgegeben, sodass die Krankenkassen entscheiden können, welche Anreize gesetzt werden.

 
Praxis-Beispiel

Satzungsregelung einer Krankenkasse
Bonus für qualitätsgesicherte Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

I. Der Arbeitgeber erhält einen Bonus, wenn er die Durchführung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) anhand geeigneter Unterlagen nachweist und diese nicht bereits Gegenstand seiner Verpflichtungen aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sind. Die maximale Höhe des Bonus darf die Aufwendungen des Arbeitgebers für die BGF und den Krankenversicherungsanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag eines Monats nicht überschreiten.
II.

Ein Bonus wird bei Verankerung der b...

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