17.09.2013 | Spätstarter-Programm für Arbeitslose

BA ermöglicht Ausbildung für 25.000 junge Erwachsene

Das Spätstarter-Programm ermöglicht Erwachsenen eine Ausbildung
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Spätstarter-Programm der Bundesagentur für Arbeit (BA) für Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren wurde im Februar 2013 gestartet. Es soll jungen Erwachsenen ermöglichen, eine Berufsausbildung zum Facharbeiter nachzuholen. Die Ausbildung qualifiziert sie auch für die Zukunft.

Die BA hält die berufliche Bildung wichtig für eine geglückte Erwerbsbiographie. Deshalb wurde das Spätstarter-Programm Anfang 2013 eingeführt (News v. 8.2.2013). Eine erste Zwischenbilanz zum Spätstarter-Programm von BA-Vorstand Heinrich Alt wird hier wiedergegeben:

 

  • Die BA will innerhalb von 3 Jahren 100.000 Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 25 und 35 Jahren beruflich qualifizieren. Das erste Jahr des Spätstarter-Programms ist fast vorbei. Wie ist der Stand?

Wir werden in diesem Jahr - das zeichnet sich ab - aus dieser Altersgruppe 25.000 junge Leute in Ausbildung bringen können.

  • Sind Sie damit zufrieden?

Damit bin ich zum Start zufrieden. Ich wäre natürlich noch zufriedener, wenn es noch mehr wären. Aber das Thema ist relativ neu, auch für die Betriebe. Auch die Betroffenen selbst müssen erst mal wahrnehmen, dass sie noch mal eine zweite Chance auf eine Ausbildung haben. Und: Wir wollen auch Studienabbrecher in das Programm mit einbeziehen, zum Beispiel mit einer verkürzten Ausbildungszeit.

  • Werden Sie die Zielmarke wie geplant erreichen?

Ich gehe davon aus, dass wir Ende 2015 sagen können, wir haben 100.000 Menschen in eine Ausbildung zum Facharbeiter gebracht. Die dann hoffentlich nie mehr eine Leistung im Jobcenter oder in der Arbeitsagentur beantragen müssen.

  • Was bringt eine Berufsausbildung finanziell?

Der Unterschied mit und ohne Ausbildung beträgt - bezogen auf das Lebenseinkommen - rund 300.000 EUR. Das ist ein Einfamilienhaus. Was die Absicherung im  Alter angeht, dürfte der Betrag noch einmal in ähnlicher Höhe liegen.

  • Ihr Ziel ist es, wenigstens einem Drittel der rund 300.000 Betroffenen eine "zweite Chance" zu geben und sie für einen Berufsabschluss zu gewinnen. Was ist mit den anderen?

Wir haben das Programm nicht limitiert auf 25 bis 35-Jährige. Wir werden auch Menschen haben, die über 35 sind und eine Ausbildung beginnen. Wir müssen dafür sorgen, dass jeder Mensch erkennt, dass ohne Ausbildung eine geglückte Erwerbsbiographie nicht möglich ist. Wir können es uns nicht mehr leisten, dass 15 % eines Jahrgangs eine Berufsausbildung nicht erfolgreich abschließen.

  • Von den 20- bis 29-Jährigen sind 1,4 Millionen ohne Berufsabschluss - bleiben die also auf der Strecke?

Man muss den Menschen schon sagen, dass, wenn sie nichts für ihre berufliche Qualifikation tun, die Gefahr groß ist, dass sie in jungen Jahren häufig arbeitslos werden - und die Gefahr ist noch größer, dass sie in älteren Jahren arbeitslos bleiben. Und dieser Gefahr kann man durch berufliche Bildung entgehen. Nicht zuletzt, weil die Betriebe wegen des sich abzeichnenden Fachkräftemangels händeringend Auszubildende suchen.

Schlagworte zum Thema:  Berufsausbildung, Arbeitslosenversicherung, Jobcenter, Langzeitarbeitslosigkeit

Aktuell

Meistgelesen